Enzyklopädien als Opfer des Internets
Im Zeitalter der Netz-Information verstauben Enzyklopädien in Bibliotheken und heimischen Regalen. Wissenshungrige holen sich ihre Informationen entweder über Suchmaschinen aus dem Netz oder nutzen Online-Enzyklopädien, die obendrein mehr Bilder, Video- und Audio-Clips und verwandte Quicklinks anbieten.
Print-Enzyklopädien galten lange als Statussymbol: Besonders in den 80ern florierte das Geschäft mit den Wissenssammlungen, als diese per Ratenzahlungssystem für viele erschwinglich wurden.
Die 90er brachten eine Rezession und Familien schafften für ihre Kinder eher einen Computer an, als in eine Enzyklopädie zu investieren. Während in den USA 1989 noch 800 Millionen USD mit Enzyklopädien umgesetzt wurden, schrumpfte die Zahl 2003 auf 300 Millionen.
Freie Online-Enzyklopädie erfolgreich
Anfang 2001 haben ein paar Enthusiasten begonnen, an einer freien
Enzyklopädie im Netz zu arbeiten. Das Besondere daran: Jeder, der
sich in einem Fachbereich auskennt, kann an "Wikipedia" mitarbeiten.
Mittlerweile ist das Internet-Projekt mit über 140.000 Einträgen
weltweit erfolgreich.
Mehr über WikipediaUnter den CD- und DVD-Versionen von Enzyklopädien liegt derzeit Microsofts "Encarta" auf Platz eins der Verkaufscharts und bietet wöchentliche Updates zum Download. Britannica.com, die Internet-Ausgabe der 1786 erstmals veröffentlichten Enceclopedia Britannica, ist über Büchereien rund 30 Millionen Menschen weltweit zugänglich, hat 200.000 Abonnenten und wird monatlich aktualisiert.
Aus Angst, dass sich vor allem jüngere Schüler in den Informationsweiten des Netzes verlieren könnten, wollen Lehrer nun an US-Schulen den Gebrauch von Print-Enzyklopädien wieder fördern.
