Milliardenklage gegen Vivendi

ptc
05.09.2007

Deutsche Telekom fordert Schadenersatz

Die Dauerfehde zwischen der Deutschen Telekom und dem französischen Medienkonzern Vivendi um den polnischen Mobilfunker PTC hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Wegen Behinderung der Geschäftsentwicklung fordert der Bonner Konzern jetzt Schadenersatz in Höhe von 3,5 Milliarden Euro.

Die Vorwürfe der Deutschen Telekom richten sich direkt gegen die Telco, ein Gemeinschaftsunternehmen von Vivendi und der polnischen Elektrim, das an PTC beteiligt war.

Gezerre um Anteile

Vivendi wirft der Deutschen Telekom vor, den Anteil von 48 Prozent von Telco widerrechtlich in Besitz genommen zu haben. Die Bonner, die vorher schon 49 Prozent an PTC hielten, hatten eine Kaufoption auf die von Vivendi und Elektrim kontrollierten 48 Prozent gezogen und eine erste Teilzahlung geleistet. Deren Gültigkeit wird aber von Vivendi bestritten, die den Anteil für sich reklamiert.

Die Deutsche Telekom sieht sich dagegen als rechtmäßiger Eigner von nun 97 Prozent der PTC-Anteile. Vivendi und Deutsche Telekom ringen seit 1999 um die Kontrolle bei PTC.

12,5 Millionen Kunden

Das polnische Unternehmen hatte Ende Juni 12,5 Millionen Kunden und erwirtschaftete im ersten Halbjahr 932 Millionen Euro Umsatz. Hinter Deutschland, USA und Großbritannien ist Polen von den Kundenzahlen der viertgrößte Mobilfunkmarkt der Deutschen Telekom.

(APA | dpa)