08.03.2004

WISCHEN

Gestik steuert Computer

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen [IIS] haben ein biometrisches und kognitives System entwickelt, das Computern künftig nicht nur das Sehen, sondern auch die Wahrnehmung und zielgerichtete Interaktion mit ihrer Umwelt ermöglichen soll.

Die Erlanger Ingenieure setzen dazu eine benutzerfreundliche Mensch-Maschine-Kommunikation ein, die die bisher sehr mechanische Form der Bedienung per Tastatur oder Touch-Panel-Eingabe verbessern soll.

Auswertung in Echtzeit

Diese Objektsegmentierung ist die Grundvoraussetzung für das weitere Verfolgen der Hand- oder Gesichtsbewegung, dem so genannte "Tracking". Durch Verwendung von Grauwertbildern arbeitet das Verfahren auch bei schlechten Lichtverhältnissen zuverlässig.

Auf der CeBIT in Hannover können Besucher die neue Grafiksteuerung testen, indem sie Puzzleteile per Handbewegung auf einem Großbildschirm verschieben. Das Computersystem erkennt über ein Kamerabild die Person, ihre Hand, das Gesicht und reagiert auf Zeigebewegungen. Dabei meistert das System die parallelen Erkennungs- und Auswerteschritte in Echtzeit.

"Es kommt uns vor allem darauf an, dass Computersysteme oder Roboter ganz einfach und intuitiv von Benutzern bedient werden können", erklärt Christian Küblbeck vom Fraunhofer-Institut. Neben der Anwendung im Spielbereich ist die neue Technologie auch zur Steuerung von autonomen Robotersystemen, für vandalismussichere Infoscreens oder virtuelle Schaufenster einsetzbar.