Schwaches DSL-Wachstum bei T-Online
Die allgemein positiv erwartete Geschäftsbilanz von T-Online für das Jahr 2003 wird nach Einschätzung von Analysten durch Marktanteilsverluste im DSL-Geschäft getrübt.
Der größte europäische Internet-Anbieter wird zwar bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen für 2003 am Dienstag die eigenen Gewinnerwartungen voraussichtlich deutlich übertreffen.Die von Reuters befragten Analysten rechnen mit einer Verdreifachung des Ergebnisses vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen [Ebitda] auf 352 Millionen Euro und einem Umsatzplus von 22 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. "T-Online wird erneut ein starkes Ertragswachstum aufweisen", sagte die WestLB voraus.
Allerdings verzeichnete T-Online im traditionell wachstumsstarken vierten Quartal einen ausgeprägt schwachen Kundenzulauf. Vor allem bei schnellen DSL-Internet-Zugängen büßte T-Online voraussichtlich deutlich Marktanteile ein. "Der Fokus [bei der Vorlage der Bilanz] wird auf der Entwicklung des Marktanteils im Breitband-Geschäft liegen", prognostizierte die WestLB. "Dort haben T-Online-Konkurrenten wie Freenet oder United Internet anscheinend bedeutende Marktanteile gewonnen."
Schwaches Kundenwachstum
Das wegen des Weihnachtsgeschäft gewöhnlich hohe Kundenwachstum
im Schlussquartal blieb 2003 bei T-Online aus. Nach einem Kundenplus
von 230.000 Nutzern im dritten Quartal vergrößerte sich die
Kundenbasis im vierten Quartal im Deutschland nur um rund 220.000
auf 10,79 Millionen Internet-Nutzer. Diese Zahlen waren bereits von
der T-Online-Mutter Deutsche Telekom Ende Januar bekannt gegeben
worden und hatten den Aktienkurs des Darmstädter Unternehmens
belastet.
Ein gutes Jahr für die Deutsche TelekomDetaillierte Angaben über das DSL-Kundenwachstum wird T-Online jedoch erst am Dienstag vorlegen. Hinter vorgehaltener Hand war in Unternehmenskreisen bereits über ein zuletzt schwaches Wachstum bei DSL-Anschlüssen berichtet worden. Auch Analysten rechnen mit negativen Überraschungen. "Die DSL-Kundenzahlen, die T-Online nächste Woche präsentieren wird, könnten weiteres Potenzial für Enttäuschungen enthalten", urteilte die DZ Bank in ihrer jüngsten Studie.
Aus den bislang von der Telekom vorliegenden Daten geht hervor, dass der Bonner Konzern im vierten Quartal nur rund 300.000 neue DSL-Anschlüsse in Betrieb nahm. Dieser für die Telekom enttäuschende Zuwachs dürfte sich auch bei T-Online niederschlagen. Deren Marktanteil am DSL-Neukundengeschäft wird im Vergleich zu früheren Perioden voraussichtlich deutlich geschrumpft sein.
