Brisante Daten auf ersteigerten PCs

03.09.2007

Persönliche Daten werden einer aktuellen Untersuchung zufolge auf ausgemusterten Geräten nicht sicher gelöscht. Zwei Drittel der auf eBay ersteigerten Speichermedien enthalten teils intime private Daten.

Computernutzer gehen zum Teil erschreckend leichtsinnig mit ihren persönlichen Daten um. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Berliner Softwarefirma O&O, die über 18 Monate insgesamt 400 gebrauchte Datenträger bei eBay ersteigert und anschließend analysiert hat.

Das Ergebnis: Rund zwei Drittel der Speichermedien enthielten zum Teil hoch brisante private Daten. Die Experten fanden Anschreiben an die Pensionsversicherung, ausführliche Lebensläufe, aber auch intime E-Mails.

Nur 33 Prozent sicher gelöscht

395 Datenträger wurden von den Experten untersucht, darunter Festplatten und 115 Speicherkarten, USB-Sticks und Digitalkameras.

Lediglich 33 Prozent der noch funktionsfähigen Datenträger waren sicher gelöscht, so dass keine Daten wieder hergestellt werden konnten. Die übrigen Festplatten waren gar nicht gelöscht oder nur formatiert.

Militärische Informationen und Fotos

Zum Vergleich ersteigerten die Experten auch in den USA 80 Festplatten, auf denen sich ebenfalls brisante Daten fanden, darunter militärische Informationen und Fotos aus dem Irak.

In den falschen Händen könnten diese Daten ebenfalls viel Schaden anrichten, zumal wir auch Web-Zugangsdaten der US Air Force fanden", sagte O&O-Geschäftsführer Olaf Kehrer.

Aufklärungsbedarf

Kehrer sieht dringenden Aufklärungsbedarf: "Windows suggeriert beim Löschen der Daten und beim Formatieren der Festplatten, dass die Dateien endgültig und zuverlässig gelöscht werden. Das ist aber überhaupt nicht der Fall."

In machen Fällen spiele sicher auch die Sorglosigkeit vieler Anwender eine Rolle. Auf der sicheren Seite sei der Nutzer mit spezieller Software zum Datenlöschen - oder mit der physikalischen Zerstörung der Festplatte per Magnet oder Bohrer.

(dpa)