US-Militär bekommt eine Lärmwaffe
Die US-Militärs im Irak sollen dieser Tage eine neue "nicht tödliche Waffe" erhalten:
Das "Long Range Acoustic Device" [LRAD] soll in Konflikten mit Zivilisten zum Einsatz kommen, bei denen der Einsatz von Schusswaffen nicht angemessen ist, beispielsweise zum Zerstreuen von aggressiven Demonstranten.
Diese sollen durch zielgerichtet eingesetzte Töne in unangenehmer Stärke schlicht in die Flucht getrieben werden.
Die Entwicklung neuer "Non Lethal Weapons" [NLW] ist vor allem bei Polizeikräften schon lange ein Thema. Neben Schallwaffen wird dabei auch mit klebrigem Schaum, riesigen Airbags und Stromstößen "experementiert".
High-Tech gegen DemonstrantenAnsagen bei 150 Dezibel
Das LRAD, das jetzt im Irak zum Einsatz kommen soll, wird von American Technology produziert. Das rund 22 kg schwere Gerät soll von Fahrzeugen aus zum Einsatz kommen und kann sowohl gesprochenen Text als auch als besonders unangenehm empfundene Warntöne von sich geben.
Die maximale Lautstärke des LRAD wird von American Technology mit 150 Dezibel angegeben, wobei laut Medizinern vor allem beim Einsatz von Frequenzen zwischen 2.100 und 3.100 Hertz durchaus auch dauerhafte Hörschäden verursacht werden können.
Der Schall wird angeblich zielgerichtet nach vorne abgegeben, sodass die Manschaften der Wagen, von denen das LRAD aus operiert, nicht beeinträchtigt werden sollen.
"Innerhalb von 30 Metern [des gerichteten Schalls] will man sich definitiv nicht befinden", beschreibt Carl Gruenler von American Technology die Wirkung des Geräts.
American Technology hat mit dem US-Marine Corps [USMC] einen Vertrag über mehr als eine Mio. USD abgeschlossen.
American TechnologyKommunikationstechnologie für beide Seiten
Unterdessen hoffen die US-Militärs auch, dass die zunehmende Verbreitung von Kommunikationstechnologien im Irak die Sicherheitslage verbessert:
So gab sich der Technologie-Berater der US-Verwaltung, Dan Sudnick, diese Woche auf einer Pressekonferenz sicher, dass die neuen Mobilfunknetze den Kontakt der Bevölkerung mit den Sicherheitskräften intesivieren werden und so auch die allgemeine Sicherheitslage stabiler werde.
Die blutigen Anschläge am Dienstag geben allerdings eher Anlass zu entgegengesetzten Befürchtungen: Sie waren auf die Minute genau koordiniert, was auf den Gebrauch der neuen GSM-Netze durch die Bombenleger hindeutet.
Erstes GSM-Netz im Irak steht
