Neuer Standard für Handyfernsehen
Der neue Standard DVB-SH kombiniert die Übertragung via Satellit mit der terrestrischen Programmverteilung an Handys.
Während das mobile Fernsehen über den Handy-TV-Standard DVB-H noch immer in den Startlöchern wetzt, wartet schon ein weiterer Standard auf Konsumenten und Broadcaster: Alcatel-Lucent stellte auf der Internationalen Funkausstellung [IFA] in Berlin die Variante DVB-SH [Digital Video Broadcasting - Satellite Services to Handheld Devices] vor, die das Fernsehsignal in Teilen des UMTS-Frequenzspektrums über Satellit ausstrahlt.
Kostengünstige Ausstrahlung
Für die Broadcaster hat der neue Standard entscheidende Vorteile, weil die Wartung und Errichtung Tausender Masten, wie sie bei DVB-H nötig ist, entfällt. Denn während das terrestrische DVB-H das Signal von Mast zu Mast schicken muss, strahlt DVB-SH über das ganze Land aus. Somit werden auch ländliche Gebiete ohne lückenlose Mobilfunkabdeckung erreicht.
Empfang auch in geschlossenen Räumen
Dass die Direktverbindung vom Satelliten aufs Handy nur im Freien funktioniert, ist dank des genutzten Frequenzbandes aus dem UMTS-Spektrum kein Problem: Das Signal kann in die bestehenden Anlagen der Handybetreiber eingespielt werden, und damit ist auch der Empfang in Gebäuden möglich.
Mitte Juli hat EU-Medienkommissarin Viviane Reding die Strategie der Kommission zur Durchsetzung von DVB-H als Standard für Handy-TV veröffentlicht. Demnach ist DVB-H in allen 27 Ländern der EU empfohlener Standard für mobiles Fernsehen.
Nutzt Teile des UMTS-Frequenzbandes
Vorgesehen sind 30 Megahertz des UMTS-Spektrums, das "S-Band" von 2.170 Megahertz bis 2.200 Megahertz. Diese Bandbreite könnte von einem Satellitenbetreiber europaweit bespielt und auf einzelne Länder aufgeteilt werden.
Eine extra Datenverrechnung würde für die Nutzer nicht anfallen, so Alcatel-Lucent: Zwar nutze man das UMTS-Spektrum, für den Empfang werde aber nicht wie beim normalen Datenverkehr jedes Mal eine Verbindung aufgebaut. Vielmehr strahlen Satellit bzw. Masten ein Signal in die Breite aus, das von speziellen Handys empfangen werden kann.
(APA)
