Neue Spiegelreflexkamera von Panasonic
Lumix DMC-L10 im Four-Thirds-System
Der japanische Elektronikkonzern Panasonic hat am Donnerstag seine zweite digitale Spiegelreflexkamera vorgestellt. Die Lumix DMC-L10 verfügt über einen 10,1-Megapixel-Sensor im Four-Thirds-Format sowie über Echtzeit-Bildvorschau ["Live View"] und einen schwenkbaren Monitor.
Leica-Superzoom mit Bildstabilisator
Als Kit-Objektiv zu der neuen Mittelklassekamera bietet Panasonic den Leica D Vario-Elmar 3,8-5,6/14-50 mm an. Zusätzlich bietet Panasonic ein von Leica gerechnetes Superzoom namens Leica D Vario-Elmar 3,5-5,6/14-150 mm an. Um die Bildwirkung der Four-Thirds-Optik in Kleinbild umzurechnen, brauchen die Brennweitenzahlen nur verdoppelt zu werden. Das Superzoom stellt mit einem leisen Ultraschallantrieb scharf - das erste Objektiv von Leica mit dieser Funktion.
Beide Objektive verfügen über einen eingebauten Bildstabilisator und unterstützen das Kontrast-AF-System der DMC-L10, das es der Kamera auch erlaubt, bei hochgeklapptem Spiegel im Live-Modus automatisch scharf zu stellen. Im gewöhnlichen Spiegelreflexbetrieb verwendet die DMC-L10 das traditionelle Phasendetektions-AF-System.
Staubschutz
Bis auf den schwenkbaren Monitor ähnelt die DMC-L10 auch vom Design her stark der vor einigen Monaten vorgestellten Olympus E-410. Wie diese bietet die Panasonic dem Fotografen den wirksamen Ultraschall-Vibrationsstaubschutz, der beim Einschalten der Kamera den Schmutz vom Sensor schüttelt.
Die Kamera kann zwei bis drei Bilder pro Sekunde aufnehmen und mit dem Bildprozessor vom Typ Venus Engine III verarbeiten. Sie speichert die Fotos auf Karten vom Typ SD, SDHC oder MMC. Der Schlitzverschluss schafft bis zu 1/4000 Sekunde. Die üblichen Belichtungsprogramme ergänzt Panasonic noch um eine Empfindlichkeitsautomatik. Der eingebaute Blitz hat die Leitzahl 11.
Bedienkonzept verwässert
Preis und Verfügbarkeit des neuen Geräts im deutschsprachigen Raum hat Panasonic noch nicht angegeben. In der britischen Pressemeldung ist von Oktober als Erscheinungsdatum die Rede. Das 14-150-Zoom soll ab November in den Handel kommen.
Interessant ist, dass sich Panasonic bei seiner zweiten Spiegelreflex nicht ganz auf das traditionelle Bedienkonzept eingelassen hat, mit dem sein Erstlingsmodell, die DMC-L1, Aufsehen erregte. Bei der L1 und dem mitgelieferten Leica-Zoom war es möglich, wie bei älteren analogen Spiegelreflexkameras die Verschlussgeschwindigkeit über einen eigenen Knopf am Gehäuse und die Blendenöffnung über einen Ring am Objektiv einzustellen.
Blendenring am Superzoom
Die L-10 bietet dagegen nur den üblichen Programmwahlknopf und ein Einstellrad am Zeigefinger. Am Standardzoom fehlt der Blendenring, am neuen 14-150-Superzoom ist er jedoch vorhanden. Die L-10 unterstützt aber die Blendenringfunktionen der höherwertigen Leica-Optiken für das Four-Thirds-System.
Auch vom Porro-Spiegelsuchersystem der L-1 hat sich Panasonic zumindest mit diesem Modell verabschiedet. Auch Technologiepartner Olympus hat seit der E-330 kein Modell in dieser Bauweise mehr angeboten.
