Studenten wollen mehr Open Source
Mit dem Versand und der öffentlichen Bereitstellung von insgesamt 100.000 CD-Roms des Open Source-Betriebssystems Linux startete die Österreichische Hochschülerschaft [ÖH] eine Kampagne rund um die derzeit vieldiskutierten Aspekte des "umkämpften geistigen Eigentums".
Die ÖH bezieht sich in ihrer Kampagne auf die "Neuentdeckung des Urheberrechts", das 2003 EU-weit novelliert wurde, um es an die neuen digitalen Techniken anzupassen. Seither ist in zahlreichen Bereichen die Diskussion über den Schutz geistigen Eigentums aufgeflammt.
Die ÖH fordert "freie Musik, freien Wissenszugang, freie Software und freie Kultur für freie Menschen", so die ÖH-Vorsitzende Patrice Fuchs. Die sogenannten "Cultural Studies" sollen in Österreich mehr gefördert, die "freie Verwendung künstlerischer Produkte" ermöglicht werden.
Rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen des Musikdownloads im Internet oder der freie Zugang zu Kultur sollen unter dem Motto "free people" u. a. bei einem Aktionstag im Mai, Podiumsdiskussionen und anderen Aktionen thematisiert werden.
ÖHOpen Source im öffentlichen Bereich
Weiters soll nach Vorstellung der ÖH nach dem Vorbild Münchens im öffentlichen Bereich [insbesondere in Schulen und Universitäten] freie Software an Stelle von Microsoft-Produkten verwendet werden.
Die von der Musikindustrie als illegal bezeichneten Musikdownloads aus dem Web sehen die Hochschüler-Vertreter "auch als Chance für nicht so bekannte Künstler", Publikum zu gewinnen. Es seien nur die "großen Labels" gegen Internet-Tauschbörsen, nicht die Künstler selbst, so Fuchs.
Gefordert wird ebenfalls eine Gratis-Webbibliothek für öffentliche geförderte Wissenschaft in Österreich. Bei medizinischen und "High Tech"-Patenten wird eine Verkürzung der Dauer verlangt.
