28.02.2004

MAUT

Toll Collect bessert Angebot nach

Gut eine Woche nach der Kündigung der Mautverträge durch den deutschen Bundesverkehrsminister steht das Konsortium Toll Collect nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" kurz vor einem nachgebesserten Angebot.

Spätestens Sonntagnacht soll der Bundesregierung eine neue Lösung unterbreitet werden, berichtete das Blatt am Samstag. Das neue Angebot beinhalte unter anderem eine Haftungsgrenze von mehr als 1 Milliarde Euro. Dabei sollen die Vertragsstrafen schrittweise auf bis zu 100 Millionen Euro pro Monat erhöht werden. Toll Collect hatte zuletzt maximal 600 Millionen pro Jahr Schadenausgleich angeboten.

Der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums, Felix Stenschke, wollte sich am Samstag zu dem in der Zeitung angekündigten Vorschlag nicht äußern. "Wir warten auf konkrete Vorschläge." Dem Ministerium liege bislang kein neues Angebot vor, es gebe also auch "keinen neuen Stand". Ein Deutsche-Telekom-Sprecher sagte zu dem Bericht lediglich, dass sich das Unternehmen nicht an Spekulationen beteiligen werde.

Mihatsch hatte den Angaben zufolge die Aufgabe erst Mitte Dezember 2003 übernommen. Auch ein nochmaliger Wechsel an der Spitze der Geschäftsführung von Toll Collect gelte als nicht ausgeschlossen.

Am 17. Februar hatte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe den Konsortialmitgliedern DaimlerChrysler, Deutsche Telekom und dem französischen Autobahnbetreiber Cofiroute den Maut- Vertrag gekündigt. Binnen zwei Monaten kann Toll Collect nachbessern. Der Vorstandschef von DaimlerChrysler, Jürgen Schrempp, hatte auf der Bilanzpressekonferenz des Automobilbauers gesagt, dass Toll Collect innerhalb von 10 Tagen eine Lösung präsentieren könnte.

DT will Satellitensystem forcieren

Die Deutsche Telekom ist stark daran interessiert, das Satelliten gestützte Mautabrechnungssystem für Lkw auf deutschen Autobahnen zum Durchbruch zu verhelfen. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke wurde im Zusammenhang des Mautstreits mehrfach mit den Worten zitiert: "Wir werden das lösen". Nach weiteren Angaben des Blattes will sich DaimlerChrysler entgegen Medienberichten nicht aus dem Konsortium zurückziehen. Die Beteiligungsverhältnisse sollen bestehen bleiben. Allerdings wolle die DT die industrielle Führung übernehmen.