US-Projekt scannt "Apollo"-Aufnahmen

weltraum
28.08.2007

Forscher der Arizona State University scannen im Auftrag der NASA die Bildbestände von "Apollo"-Missionen aus den 1970er Jahren.

Die BBC wies am Dienstag darauf hin, dass ein Digitalisierungsprojekt der Arizona State University die ersten Probebilder seiner Bemühungen ins Netz gestellt hat.

Die Geowissenschaftler unter Mark Robinson wurden von der NASA damit betraut, das gesamte Bildmaterial der Mondmissionen von "Apollo" 15 [1971], 16 [1972] und 17 [1972] zu scannen und damit vor dem Verfall zu bewahren.

Bei dem Material handelt es sich unter anderem um 620 35-mm-Aufnahmen, 4.612 Bilder aus Panoramakameras und rund 20.000 Mittelformat-Bilder. Das Material wird bei einer Temperatur von rund minus 18 Grad Celsius in einem speziellen Archivgebäude des Johnson Space Center in Houston, Texas, aufbewahrt und darf dessen Räumlichkeiten aus Sicherheitsgründen nicht verlassen.

Spezialscanner

Das Filmmaterial steckt in versiegelten Kanistern. Um es zum Scan bereitstellen zu können, lassen es die Wissenschaftler 24 Stunden lang auf Raumtemperatur erwärmen. Danach können sie das Material mit einem modifizierten Spezialscanner vom Typ Leica DSW700 in einer Auflösung von bis zu 200 Pixeln pro Millimeter einlesen. Der Einsatz eines 14-Bit-A/D-Wandlers soll auch die feinsten Farbnuancen und Graustufen ins Digitalisat überführen.

Der Scan einer farbigen Mittelformataufnahme wird bei einer Auflösung von 100 Pixeln pro Millimeter eine Größe von 6.400 mal 6.400 Pixeln haben und 234 MB Speicherplatz einnehmen. Wichtig ist den Wissenschaftlern auch, dass das Material beim Scannen nicht verzerrt eingelesen wird, denn die fertigen Digitalbilder sollen als Ausgangsmaterial dafür dienen, topographisch genaue Karten der Mondoberfläche zu erstellen.

Genaue Bilder von der Sonde

Im Oktober 2008 wird die NASA-Sonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" zum Mond starten und detaillierte Bilder von dessen Oberfläche zur Erde senden. Die Sonde verfügt über drei Kameras, die auch Aufnahmen im UV-Bereich des Spektrums machen können. Die Bilder sollen, so Projektleiter Robinson zur BBC, auch dazu dienen, günstige Landestellen für künftige bemannte Mondmissionen auszumachen.

Das Team will im Lauf der Zeit alle erfassten Bilder im Web publizieren.

(futurezone | BBC)