Siemens: Kein Kommentar zu Ermittlungen

korruption
28.08.2007

SEC-Gespräche angelaufen

Der Siemens-Konzern hält sich mit Blick auf das Treffen von Vertretern der Staatsanwaltschaft München mit Ermittlern der US-Börsenaufsicht SEC weiter bedeckt. "Das können wir nicht kommentieren", sagte ein Siemens-Sprecher am Dienstag in München und verwies auf die beteiligten Behörden. Die Vertreter der SEC wollten sich in Deutschland über die Korruptionsfälle bei dem Elektrokonzern informieren. Ob und wann die Ermittler bei dieser Gelegenheit auch bei Siemens selbst anklopfen werden, ließ der Sprecher weiter offen.

Informationen erst am Mittwoch

Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Christian Schmidt-Sommerfeld sollten frühestens am Mittwoch erste Informationen über den Verlauf der Gespräche verfügbar sein.

Am Vortag hatte er von einem "Anbahnungsgespräch" gesprochen, die US-Ermittler hätten um den Termin gebeten. Was genau besprochen werden sollte, wollte der Leitende Oberstaatsanwalt nicht sagen. Auch Medienberichte, wonach die US-Bundespolizei FBI und Ermittler des US-Justizministeriums teilnehmen sollten, wurden nicht bestätigt.

Ausmaß unbekannt

Siemens selbst hatte in der Schmiergeldaffäre von dubiosen Zahlungen von rund 420 Mio. Euro gesprochen, im jüngsten Quartalsbericht aber bereits darauf hingewiesen, dass das Volumen noch deutlich über dem bisher bekannten Ausmaß liegen könnte.

In der Schmiergeldaffäre drohen Siemens in den USA Sanktionen. Neben hohen Geldbußen ist auch der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen möglich. Die Rücktritte des früheren Siemens-Aufsichtsratschefs Heinrich von Pierer und des Ex-Vorstandschefs Klaus Kleinfeld waren daher auch als Signal an die SEC gedeutet worden, dass es der Konzern mit der Aufklärung ernst meint.

(dpa | APA)