24.02.2004

EYE TOY & CO

Spielfiguren auf Zuruf steuern

Statt herkömmlicher Eingabegeräte wie Tastatur, Maus und Joystick versuchen Spielehersteller immer wieder mit neuen Eingabe-Ideen neue Käuferschichten zu erreichen, die normalerweise keine Computerspiele spielen.

Das Repartoire reicht dabei von der Steuerung über die Stimme, Bewegungen bis zur Einbindung physiologischer Reaktionen des Spielers.

So zeichnet das mystischen PC-Adventure "Journey to the Wild Divine" Elemente wie Pulsfrequenz und Schweißbildung über Biofeedback-Sensoren an den Fingerspitzen auf und lässt diese in das Spielgeschehen einfließen.

Anfänge: Lightgun und Tanzmatte

"Die Grafik der Spiele wurde zwar Jahr für Jahr besser, aber die Eingabe wurde dabei nicht verbessert", so "Eye Toy"-Erfinder Richard Marks.

Dabei versuchen sich Spieleentwickler schon lange an Alternativen. Schon in den Achtzigern brachte Nintendo für "Duck Hunt" die "Zapper"-Lightgun auf den Markt, mit der durch Schießen auf den Fernseher Enten und Tontauben erlegt werden konnte.

Beim beliebten "Dance Dance Revolution" von Konami mussten die Spieler zum Punkten auf einer Tanzmatte Drehungen und Sprünge vollführen.

"Lifeline"-Charaktere auf Zuruf steuern

Beim kommenden Action-Adventure "Lifeline" von Konami für die PlayStation 2 sollen die Spieler ihren virtuellen Charakter erstmals komplett mittels gerufener Kommandos steuern.

Dabei sollen 5.000 Wörter und 100.000 Phrasen wie "Schießen und ducken" vom System erkannt werden.

Reebok verkauft den Heimtrainer "CyberRider" zum Anschluss an die PlayStation und Powergrid Fitness will Couch-Potatoes mit dem "Kilowatt"-Controller zum spielerischen Muskelaufbau mittels isometrischer Übungen verhelfen.

Das knapp 700 USD teure Standgerät soll sich an die PlayStation 2, die Xbox und PCs anschließen lassen.

Forscher der der Sandia National Laboratories benutzen Computerspiele, um menschliche Reaktionen auf Stress, Langeweile und andere psychische Situationen zu messen.

Vier Testpersonen spielen dabei den Taktik-Shooter "Tom Clancy's Rainbow Six 3: Raven Shield" und sind mit Beschleunigungsmesser, Gesichtserkennungssoftware, EKGs und Atmungsmessern verbunden, um die Reaktionen zu messen.

"Wir geben so viele Informationen wie Herzfrequenz, Mimik, Atmung etc. ab, doch bisher interagieren wir nur sehr eingeschränkt über Tastatur, Maus und Joystick mit dem Computer", so Peter Merkle.

Anhand der Forschungsergebnisse soll die Erkennung der komplexen physikalischen und emotionalen Muster der Menschen durch den Computer verbessert werden.