24.02.2004

MOBILFUNK

Wachstum trotz hoher Marktsättigung

Der österreichische Mobilfunkmarkt gilt mit einer Durchdringungsrate von 90 Prozent oder knapp sieben Millionen Handynutzern als gesättigt, trotzdem gebe es für die heimischen Netzbetreiber noch ein "erhebliches Wachstumspotenzial", so die Marktforscher von Arthur D. Little [ADL] in einer Handystudie.

Wachsen werde der Markt durch den Umstieg von Wertkartenhandys auf Vertragsbindungen, erwartet ADL-Telekomexperte Karim Taga.

Derzeit hätten in Österreich 54 Prozent der Mobilfunknutzer einen Anschluss mit Vertragsbindung, was schon ein internationaler Spitzenwert sei. Besonders große Zuwächse bei Vertragskunden hatte demnach tele.ring, was aber nichts an der "unangefochtenen Marktführerschaft" der Mobilkom Austria ändere, berichtet Taga.

UMTS

Bei der dritten Mobilfunkgeneration UMTS nehme Österreich eine europäische Sonderstellung ein. Dass es bereits fünf UMTS-Anbieter gibt, ist laut Taga ein "Spitzenwert".

Allerdings bewirbt nur der reine UMTS-Netzbetreiber Hutchison [3] UMTS, alle anderen verweisen auf zu wenig praxistaugliche Endgeräte. Der "erwartete UMTS-Hype" blieb europaweit bisher aus.

Bis 2008 soll der Bereich mobile Datendienste aber trotz bisher kaum vorhandenem UMTS-Interesse dreistellig wachsen, vor allem auf Kosten von SMS, so Taga. Der Bilderdinest MMS werde von UMTS wenig profitieren, während Internetdienste wichtiger würden.

Laut Taga profitieren wegen des derzeitigen Schwerpunkts im Bereich Sprachtelefonie die großen Anbieter am stärksten von den erwarteten Entwicklungen. Taga: "Sie haben für den bevorstehenden Preiswettbewerb im Mobil- und auch im Festnetz durch ihren finanziell längeren Atem die besseren Karten. Damit sind sie auch auf die Entwicklungen im Daten- und Multimediabereich, die oft von einer guten Verhandlungsposition gegenüber starken Inhalteanbietern abhängt, besser aufgestellt. Neue Anbieter wie 3, die ebenfalls über eine starke finanzielle Basis verfügen, nutzen ähnliche Vorteile, stehen jedoch unter dem zunehmenden Druck, ihre Investitionen auf einem sehr wettbewerbsintensiven Markt zurückzuverdienen."