24.02.2004

PETABYTE

US-Datamining-Projekt wird weitergeführt

Das vom US-Kongress nach massiver öffentlicher Kritik gestoppte "Total Information Awareness"-Unternehmen [TIA] der Regierung Bush lebt unter diversen anderen Namen weiter.

Die Gelder an verschiedene Abteilungen und Unternehmen, die Datamining-Programme entwickeln, flließen auch nach dem offiziellen "Aus". Personal, das vorher für "Total Information Awareness" tätig war, arbeitet nun für andere Abteilungen des Pentagon, die Finanzierung verschiedener ausgelagerter Projekte wurde nicht gestoppt.

Ein mit 64 Millionen USD dotiertes Datamining-Forschungsprogramm der bis jetzt wenig bekannten "Advanced Research and Development Activity" [ARDA], die ebenfalls dem Verteidigungsministerium unterstellt ist, läuft auch nach Ende der TIA weiter und erhielt zusätzliche Gelder bewilligt.

Vermeidbare Überraschungen

Zusammengeführt werden alle nur denkbaren Arten von Text- Graphik und Videodateien, mathematische Formeln, Landkarten, chemische Formeln und vieles mehr.

Dies soll den Analysten der Nachrichtendienste ermöglichen, "strategische Überraschungen" zu vermeiden, weil es der Früherkenntnis von Bedrohungen dient, hieß es seitens der ARDA.

Um die Dimensionen dieses Datamining-Systems abzuschätzen, das weitaus umfassender ist als das wesentlich bekanntere Programm CAPPS II [Datamining in Passagierdaten] genügt es zu wissen, dass ein Petabyte ausreicht, um über jeden der 6,2 Milliarden Erdbewohner ein 40 DIN A-4 Seiten umfassendes Dossier abzuspeichern

Zusätzliche Gelder

Die Federation of American Scientists verglich das Vorgehen von Kongress und Behörden mit der bekannten Kleinbetrugsmasche "Hütchenspiel."

Der Kongress habe sogar zusätzliche Gelder für Datamining-Projekte bewilligt, ohne dabei anzugeben, welcher der zahlreichen US-Geheimdienste darüber verfügen könne.