Schweizer Regulator pocht auf Entbündelung
In der Schweiz hat Sunrise im Bemühen, die letzte Meile zu knacken, einen Etappensieg errungen.
Die Telekombehörde ComCom bestätigte am Freitag die Ansicht der Swisscom-Konkurrentin, wonach für die Entbündelung eine Rechtsgrundlage bestehe. Dieser Teilentscheid bedeutet für die Swisscom als Betreiberin der letzten Meile, dass sie ihren Konkurrenten Zugang zu den Telefonanschlüssen in Schweizer Haushalten anbieten muß.
Sunrise hatte den Zugang zur letzten Meile verlangt, nachdem der Schweizer Bundesrat die Fernmeldedienstverordnung geändert hatte. Laut einer Verordnung des Bundesrats hätte die Swisscom ab 1. April 2003 allen anderen Telekom-Anbietern Zugang zur letzten Meile gewähren müssen. Die Verhandlungen zwischen Swisscom und Sunrise scheiterten indes im Mai 2003. Über den genauen Grund für die Blockade wollten beide Unternehmen keine Angaben machen.
Anfechtung noch möglich
Der Entscheid der ComCom ist nur ein Etappensieg für Sunrise. Die
Verfügung kann innerhalb von 30 Tagen beim Bundesgericht angefochten
werden. Diese Möglichkeit will die Swisscom auch nutzen.
SwisscomAuch Tele2 erfreut
Auch eine weitere Swisscom-Konkurrentin, die Tele2, zeigte sich erfreut über den Entscheid der ComCom: "Super! Das finde ich eine sehr schöne Entscheidung", sagte Tele2-Geschäftsführer Roman Schwarz. Werde die letzte Meile entbündelt, wäre Tele2 beispielsweise beim Breitbandzugang zum Internet (ADSL) nicht mehr auf die Vorgaben der Ex-Monopolistin angewiesen und könnte die Leistung hochfahren.
Denn "bis jetzt ist ADSL für uns ein Verlustgeschäft. Das machen wir nur, um unseren Kunden das Gleiche anbieten zu können wie die Swisscom-Tochter Bluewin", sagte Schwarz. Damit soll die Abwanderung der Kunden verhindert werden.
