"Alte" Technik soll Daten beschleunigen
Deutsche Forscher wollen eine 100 Jahre alte Technik "wieder beleben", um die Geschwindigkeit der Datenübertragung massiv zu steigern.
Die europäische Forschungsinitiative "PULSERS" [Pervasive Ultra-wideband Low Spectral Energy Radio Systems] hat das Ziel, neue Technologien der drahtlosen Breitbandkommunikation mittels Ultrabreitband-Funktechnologie zu entwickeln.
Drahtlose Übertragung mittels Ultrabreitband-Funktechnologie basiert auf dem Übermitteln von Funksignalen mit sehr großen relativen Frequenz-Bandbreiten. Diese belegen in der Regel mindestens 500 MHz und damit um den Faktor 100 mehr als beispielsweise UMTS. Da mit zunehmender Bandbreite auch die Übertragungskapazität steigt, bietet die Ultrabreitband-Funktechnologie eine sehr hohe maximale Übertragungskapazität.
Das Institut für Kommunikations- und Messtechnik der TU Illenau hat dabei die Aufgabe übernommen, ein Messsystem für die Untersuchung der räumlichen Ausbreitung der ultrabreitbandigen Funkwellen zu entwickeln.
TU-IllenauMehrere 100 MBit/s
Das Verfahren ermöglicht nach neuesten Schätzungen Funkdatenraten von mehreren hundert MBit/s.
Anwendungsmöglichkeiten sieht die Industrie vor allem im Bereich der Übertragung zwischen Geräten der Heim- und Büroelektronik und in Sensornetzwerken.
Das Verfahren der Ultrabreitband-Technologie wurde vor mehr als 100 Jahren vom Italiener Marconi erfunden. Ihm gelang es als Erstem, drahtlos ein Signal über den Nordatlantik zu schicken. Nun soll die fast vergessene Technologie die Informationsübertragung weiterbringen.
Das neue System soll durch hohe Flexibilität, hohe maximale Datenrate, geringen Energieverbrauch und die Möglichkeit zur genauen Positionsbestimmung eine Lücke im Bedarf schließen.
PULSERS
