Deutscher Mautvertrag gekündigt
Der deutsche Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe hat Dienstagfrüh erklärt, er habe dem Mautkonsortium Toll Collect die Kündigung des Vertrages angezeigt.
Hinter Toll Collect stehen DaimlerChrysler, Deutsche Telekom und die französische Cofiroute. In den vergangenen Monaten war mehrfach spekuliert worden, der Bund wolle das Projekt auch mit Blick auf die internationale Reputation der beteiligten deutschen Firmen nicht scheitern lassen.
Toll Collect habe nun zwei Monate Zeit, ein verändertes Angebot vorzulegen. Das Mauterfassungssystem von Toll Collect war wegen technischer Probleme im August 2003 nicht wie geplant in Betrieb gegangen. Dem Bund entstehen durch die Verzögerung Einnahmeausfälle von mehr als 150 Millionen Euro im Monat.
Die Kündigung des Vertrages zwischen der Bundesregierung und dem Toll-Collect-Konsortium über ein Mauterfassungssystem für Lkws ist nach Einschätzung von Händlern eine Blamage für die beteiligten Unternehmen Deutsche Telekom und DaimlerChrysler.
Deutsche Lkw-Maut geplatzt"Das ist ein Desaster und eine Blamage, aber die Auswirkung auf die Kurse dürfte gering sein. Es könnte sogar positiv für die Kurse sein, schließlich bleibt den Firmen nun eine endlose Diskussion über das Projekt - und mögliche weitere Kosten und Schadenersatzforderungen - erspart", sagte Holger Pfeiffer, Eigenhändler beim Bankhaus Sal. Oppenheim.
Andere Händler zeigten sich etwas skeptischer: "Möglicherweise führt das zu Verunsicherung über die Entscheidung und mögliche Folgen zunächst für Druck in den Aktien."
Zu Handelseröffnung verloren DaimlerChrysler-Aktien 0,8 Prozent auf 35,82 Euro, DT-Papiere notierten unverändert bei 15,87 Euro. Der Deutsche Aktienindex tendierte ebenfalls unverändert bei 4.073 Punkten.
