17.02.2004

BÜRO-DESKTOP

Angriff auf Microsofts "Office"-Dominanz

Microsofts Vorherschafft bei Bürosoftware ist trotz Konkurrenzprodukten wie StarOffice von Sun Microsystems, SmartSuite von IBM und WordPerfect Office von Corel nach wie vor ungebrochen. Zusammen halten die Rivalen derzeit erst weniger als zehn Prozent des Marktes.

Das chinesische Unternehmen Evermore Software hat sich nun zum Ziel gesetzt, Microsoft zumindest auf dem chinesischen Markt für Bürosoftware zu schlagen und des Weiteren weltweit am Office-Kuchen mitzunaschen.

"Alle halten mich zwar für verrückt, Microsoft anzugreifen, doch die Chinesen werden nicht ewig bereit sein, die Preise von Microsoft zu zahlen", so der 59-jährige Evermore-Gründer Gus Tsao.

In einer Anwendung vereint

Statt auf verschiedene Einzelprogramme für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen zu setzen, bietet "EIOffice" [Evermore Integrated Office] alle Komponenten in einer Anwendung.

Alle Dokumente werden dabei in nur einem Dateiformat gespeichert, auch die MS-Office-Formate werden unterstützt.

Auch alle eingebauten und verlinkten Texte und Grafiken werden dabei gespeichert. Korrigiert der Nutzer etwa eine Zahl in einer Tabelle, wird diese Änderung auch in allen damit zusammenhängenden Dokumenten automatisch übernommen.

Die Oberfläche von EIOffice gleicht der von Microsofts Office-Paket mit der Werkzeugleiste und einzelnen Drop-down-Menüs. Über eine schlanke Navigationsleiste kann zwischen den einzelnen Paket-Komponenten rasch gewechselt werden.

IBM soll an MS Office für Linux portieren

Während die Auswahl an MS-Office-Alternativen weltweit weiter wächst, soll Microsoft nun ausgerechnet von Linux-Vorantreiber IBM Rückendeckung bekommen.

IBM soll derzeit daran arbeiten, Microsofts Office-Paket auch unter Linux lauffähig zu machen. Für die Portierung soll IBM Quellcode von Microsoft erhalten haben, berichtet PCWorld.com.

"Die Office-Software von Microsoft ist sehr gut. Wenn es irgendetwas aus Redmond gibt, das echten Glanz hat, dann ist es dieses Paket", so IBM-Manager Stefan Pettersson.

Microsoft-Mitarbeiter Jonas Persson bestreitet hingegen eine Zusammenarbeit. Er gab an, man sei an dem Projekt nicht beteiligt und nehme daher an, dass es sich um keine echte Portierung handle, sondern IBM Emulationssoftware verwende.