Kleinaktionäre gegen Toll Collect
Wegen des Debakels bei der Lkw-Maut will die Deutsche Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre [SdK] den Vorständen von DaimlerChrysler und Deutscher Telekom [DT] bei den jeweiligen Hauptversammlungen die Entlastung verweigern.
"Nach dem blamablen technischen Versagen will man sich nun offenbar mit juristischen Tricksereien der versprochenen Leistung und der Verantwortung entziehen", erklärte die SdK am Montag in Berlin.
"Der Vorgang erinnert mehr an das Geschäftsgebaren eines unseriösen Gebrauchtwagenhändlers als an Standards, die man von Weltkonzernen erwarten kann." Durch dieses Verhalten seien "langfristig negative Auswirkungen auf das Image und die Ertragssituation von DT und DaimlerChysler zu befürchten".
Die Verhandlungen über die deutsche Lkw-Maut gehen heute Nacht weiter.
Der deutsche Mautzirkus, Teil 27Abschreibungsbedarf
Bei einem Scheitern des Maut-Projektes komme "erheblicher Abschreibungsbedarf auf DaimlerChrysler und die Deutsche Telekom" zu, erklärte die SdK weiter.
Dann wäre nach Schadensersatz und Stilllegungskosten die Beteiligung an dem Betreiberkonsortium Toll Collect "voll wertzuberichtigen, was beide Unternehmen nach Schätzung der SdK jeweils mit deutlich über 500 Millionen Euro belasten würde", erklärten die Aktionärsschützer. Die SdK rief andere Aktionäre auf, sich der Nichtentlastung anzuschließen.
DaimlerChrysler und DT halten je 45 Prozent an Toll Collect. Die Hauptversammlung der DaimlerChrysler AG findet am 7. April in Berlin statt, die der Deutschen Telekom AG am 18. Mai in Köln.
