Mit Pantomimen gegen Schwarzkopierer

piratomime
15.08.2007

Die deutsche Filmindustrie lässt die Besucher von Europas größter Spielemesse Games Convention von Schauspielern "beschatten".

Die europäische Spielemesse Games Convention steht vor der Tür und nicht nur die Spielehersteller versuchen mit oft absonderlichen Marketinggags auf sich aufmerksam zu machen.

Die deutsche Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen [GVU] hat sich gemeinsam mit der deutschen Filmbranche einen Performance-Act für die ahnungslosen Messebesucher ausgedacht.

Unter dem Motto "Du willst doch auch nicht, dass man dich kopiert" soll sich jeweils einer von insgesamt vier Schauspielern unbemerkt an die Fersen eines ahnungslosen Game-Interessierten heften und dessen Bewegungen nachahmen.

Ob die Pantomime-Aktion bei den zu potenziellen Raubkopierern abgestempelten Nachgeäfften Anklang finden oder doch eher als Belästigung empfunden wird, bleibt abzuwarten.

Die Games Convention findet von 23. bis 26. August auf auf 115.000 Quadratmetern Messefläche in Leipzig statt.

Kinder-ungeeignetes Drohmaterial

Schon bisher setzt die deutsche Filmindustrie mit "Raubkopierer sind Verbrecher" auf eine umstrittene Kampagne.

In Kino- und DVD-Trailern werden verschiedene "Wachrüttel"-Spots gezeigt: In einem singen etwa Kinder und Mama vor den Gefängnismauern stehend ihrem inhaftierten Piratenpapa ein Geburtstagsständchen. Auf die Frage "Mama, wann kommt Papa wieder?" erwidert diese "Noch viermal singen".

Besonders brisant dabei: Laut Internet-Berichten erzürnter Eltern wird der Spot auch auf legal erworbenen Kinder-DVDs wie der "Biene Maja" oder "Garfield" gezeigt. Von den Eltern hagelt es harsche Kritik, da die Zielgruppe der dreijährigen Maja-Fans durch diese für sie noch völlig unverständliche Botschaft unnötig verschreckt wird.