11.02.2004

GESCHICHTE

Aufstieg und Ende einer Porno-Site

Die irreführenden Adresse "whitehouse.com", unter der derzeit eine Pornosite zu finden ist, steht seit Dienstag zum Verkauf. Und Besitzer Daniel Parisi liefert auch gleich eine absurd anmutende Geschichte zu der URL:

Demnach war die Seite ursprünglich als Diskussionsforum zur US-Regierungspolitik konzipiert. Um "das Unternehmen profitabler zu machen", habe er dann "auch" kostenpflichtig Pornografie angeboten und damit jährlich Millionenbeträge verdient.

Nun wolle er die Internet-Adresse aber "wieder der Bevölkerung zurückgeben", auch um seinen "im Kindergartenalter befindlichen Sohn nicht in Verlegenheit" zu bringen.

Ende der Irrtümer

Die Seite wird jährlich von Millionen Menschen irrtümlich besucht, die eigentlich die offizielle Seite des Weißen Hauses ansteuern.

Kritiker werfen dem Betreiber vor, dass dadurch Kinder und Jugendliche bei der Informationssuche über Politik und den US-Präsidenten unabsichtlich auf einer Porno-Seite landen.

Parisi will jetzt nur solche Angebote prüfen, die nichts mit der Porno-Industrie zu tun haben.

Einer der Interessenten ist die Firma National Fruit aus Virginia, die "White House"-Apfelmus und -Apfelsäfte vertreibt. Derzeit ist sie unter "whitehousefoods.com" zu finden. Da die Kunden aber oft versehentlich auf der Porno-Seite landen, hat die Firma bereits einen Rechtsstreit geführt und verloren. Nun könnte sie das Problem durch Aufkauf der Adresse lösen.