07.02.2004

BILANZSKANDAL

Finmatica hat 178 Mio. Euro Schulden

Die finanzielle Lage der italienischen Softwarefirma Finmatica ist nach Angaben des neuen Managements schwieriger als erwartet.

Wie der neue Geschäftsführer Michele Carpaneda bekannt gab, meldet das börsennotierte Unternehmen Schulden im Wert von 178 Millionen Euro.

Am 18. März soll ein neuer Aufsichtsrat der Gesellschaft ernannt werden. Pierluigi Crudele, der Ex-Geschäftsführer von Finmatica Fabio Bottari und weitere fünf Manager der Firma waren vor drei Wochen in den Sog der Ermittlungen wegen angeblicher Falschangaben in der letzten Bilanz und in Quartalsberichten sowie wegen Kurstreiberei geraten.

Anlegertäuschung

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Emission einer Anleihe im Wert von 55 Mio. Euro, die zunächst lanciert und am 7. Jänner wieder annulliert worden war. Geprüft werden auch verdächtige Fondseinlagen von Finmatica.

Auch Schulden, die der Software-Konzern bei mehreren Banken hatte, wurden mit Bilanztricks verheimlicht, hieß es im von den Ermittlern erlassenen Durchsuchungsbefehl der Büros in Brescia.

Die Gesellschaft ist seit Ende 1999 an der Mailänder Börse notiert und ist auf Software-Applikationen für Versicherungen und Banken spezialisiert.