03.02.2004

ANSAGE

EM.TV will 2005 in die schwarzen Zahlen

Die im Zuge der Restrukturierung ihrer millionenschweren Anleihe deutlich abgespeckte EM.TV & Merchandising AG soll im kommenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben.

"Ich rechne damit, dass wir dieses Jahr in operativen Einheiten schwarze Zahlen schreiben werden", sagte EM.TV-Chef Werner Klatten in einem Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt".

Wegen der Restrukturierung und den hohen Kosten in der Holding werde EM.TV aber weiter deutlich im Minus liegen. Der Umsatz solle 2004 - ohne den zu verkaufenden Anteil an der Tele München Gruppe - bei etwa 200 Mio. Euro liegen. "2005 wollen wir dann auch unter dem Strich einen Gewinn erwirtschaften."

Aktionäre müssen zustimmen

Die EM.TV-Aktionäre müssen dem Konzept am Donnerstag auf einer außerordentlichen Hauptversammlung zustimmen. Auch die erforderliche Absegnung durch die Bond-Eigner von mindestens 97,5 Prozent steht noch aus. Zudem könnten Klagen die Restrukturierung zum Scheitern bringen.

Klatten bezifferte in dem Interview erstmals öffentlich die für die Halter der Anleihe zu erwartenden finanziellen Vorteile. Bei einer Insolvenz könnten sich diese vermutlich nur 15 Prozent des Nominalwerts sichern, sagte Klatten. Durch die Restrukturierung bekämen sie die Chance, mehr als 50 Prozent zu retten.

Klatten, der knapp 25 Prozent an EM.TV hält, schloss die Abgabe seiner eigenen Anteile nicht aus. Sein Einstieg sei durch einen Kreditgeber finanziert worden, der die Möglichkeit des Zugriffs auf seine Anteile habe, falls er das Darlehen nicht zurückzahle. Da er sich hierzu derzeit nicht im Stande sehe, könne er "nicht ausschließen, dass mein Kreditgeber von seinem Wandlungsrecht Gebrauch macht." Er wolle das Unternehmen aber weiter leiten.