Countdown für ESA-Kometenmission
Bei der Mission "Rosetta" soll erstmals in der Raumfahrtgeschichte eine Forschungssonde auf einem Kometen landen. Doch vor einem Jahr musste das Vorhaben der Europäischen Weltraumagentur ESA nach Problemen mit der Trägerrakete auf Eis gelegt werden.
Der ursprünglich als Ziel vorgesehene Komet Wirtanen war damit nicht mehr erreichbar. Im letzten Herbst hat sich die ESA zur Fortsetzung des Projektes entschlossen. Das neue Ziel von "Rosetta": der Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko.
Am 26. Februar soll nun von der Bodenbasis Kourou in Französisch Guayana die "Rosetta"-Mission starten. Das 770 Millionen Euro teuere Vorhaben soll helfen zu erklären, wie das Sonnensystem entstand und auf der Erde Leben entstehen konnte.
"'Rosetta' ist eine der anspruchsvollsten Missionen, die je unternommen worden sind", sagt David Southwood, wissenschaftlicher Direktor der ESA: "Niemand hat bisher ein ähnliches Vorhaben gewagt."
Neues Ziel für Kometensonde Rosetta gefundenWeltraum-Jojo
Bis die Raumsonde den Kometen erreicht, werden mehr als zehn Jahre vergehen. Um zu Tschurjumow-Gerasimenko zu gelangen, muss "Rosetta" eine Strecke zurücklegen, die der Distanz zwischen Erde und Jupiter entspricht. Für diese Reise reicht selbst die Schubkraft einer Ariane 5 nicht aus. Daher muss die Sonde vier Mal durch Vorbeiflüge an Planeten zusätzlichen Schwung holen.
Im Frühjahr 2014 ist es dann so weit. In einem Abstand von 675 Millionen Kilometern zur Sonne wird das Raumschiff nach Angaben der ESA den Kometen erreichen. Anschließend soll die Sonde für rund sechs Monate Tschurjumow-Gerasimenko umkreisen und von allen Seiten fotografieren.
Spezialkameras und Spektrometer sollen Aufschluss über Dichte, chemische Zusammensetzung und Temperatur des Kometen geben. Im November 2014 wird "Rosetta" dann aus einer Höhe von einem Kilometer einen kompakten Lande-Roboter abwerfen.
Wie Manfred Warhaut, Chef der "Rosetta"-Mission bei der ESA in Darmstadt, berichtet, hat der Komet lediglich einen Durchmesser von zwei bis zweieinhalb Kilometern. Entsprechend gering ist die Anziehungskraft von Tschurjumow-Gerasimenko. Um zu vermeiden, dass der Lande-Roboter nach dem Aufsetzen direkt wieder herunter fällt, wird eine Harpune in den Boden geschossen. Die Landeeinheit soll anschließend Bohrungen vornehmen und Bodenproben analysieren.
