01.02.2004

MATRIX FORUM

"Die besten Websites der Welt"

Seit zwei Jahren betreut der aus Brasilien stammende Designer Julius Wiedemann beim Kölner Taschen-Verlag den Bereich "digitale Kultur".

Unter Wiedemanns Regie erschienen bis dato etwa die Bücher "Digital Beauties" und "1.000 Game Heroes". Nun hat er ein Buch mit seinen "1.000 Favorite Websites" veröffentlicht.

Das Buch richtet sich primär an Kreative, die es als eine Art Katalog benützen können, in dem vorbildliche Lösungen im Bereich Webdesign vorgestellt und Wege aufgezeigt werden, wie andere Designer an gewisse Problemstellungen bei der Gestaltung von Websites herangehen.

Nachschlagewerk und Zeitkapsel

Trotz des Fehlens von erläuternden Texten gibt Julius Wiedemanns Buch einen guten Überblick über die Darstellungsmöglichkeiten von Information im Web. Die Designansätze der ausgewählten Sites umfassen dabei die ganze Palette von reduziert und minimalistisch bis opulent und experimentell.

Nicht wenige der im Buch vorgestellten Sites haben sich allerdings verändert und sehen heute nicht mehr so aus wie auf den abgedruckten Screenshots. Wiedemanns Buch "1.000 Favorite Websites" ist somit im wahrsten Sinne des Wortes ein Nachschlagewerk und eine Zeitkapsel, in der der Entwicklungsstand von Websites in den Jahren 2002 und 2003 festgehalten ist.

"Think global, design local"

Obwohl die Gliederung der 1.000 vorgestellten Websites ausschließlich nach Themen erfolgte, sieht Julius Wiedemann in seinem Buch implizit auch regionale und kulturelle Unterschiede in der Gestaltung von Websites dokumentiert:

"In Skandinavien beispielsweise haben die Websites generell ein sehr sauberes und klares Design, in dem sich die Designkultur in Skandinavien widerspiegelt. Deutsche Websites sind sehr textlastig und es wird sehr viel erklärt. Japanische Sites wiederum verwenden sehr viele kleine Icons in Tiergestalt, was nicht verwundert, es ist ja auch das Land von Pokemon."