China lädt zur virtuellen Beamtenfolter
Chinas Behörden haben ein Computerspiel entwickelt, bei dem korrupte Beamte virtuell gefoltert und getötet werden.
Wie staatliche Medien am Donnerstag berichteten, wurde "Unbestechlicher Kämpfer" seit seinem Start vor gut einer Woche mehr als hunderttausendmal aus dem Internet geladen. Das Spiel werde nun neu gestaltet, um noch mehr Spieler aufnehmen zu können.
Durch das Online-Spiel will die Provinzregierung von Zhejiang die Bevölkerung auf mögliche Gefahren der Bestechung hinweisen.
Rache an Beamten und deren Familien
Um sich nach oben zu arbeiten, müssen Spieler mit "Waffen, Zauberei oder Folter" möglichst viele bestechliche Beamte, aber auch deren Söhne und Töchter ergreifen und töten.
In einer virtuellen "Anti-Korruptionshochschule" lernen sie dann etwas über reale Korruptionsfälle. Am Ende winkt ihnen ein "Paradies" ohne Korruption.
Ob das Spiel den aktuellen Grenzen für Online-Gaming unterworfen ist, war nicht zu erfahren. Seit kurzem dürfen Chinas Online-Gamer unter 18 Jahren nur noch drei Stunden am Stück spielen.
Regelmäßige echte Hinrichtungen
Staatspräsident Hu Jintao sieht Korruption als eine der größten Gefahren für den Führungsanspruch seiner Kommunistischen Partei.
Regelmäßig werden wegen Korruption verurteilte Beamte hingerichtet, darunter im vergangenen Monat der frühere Leiter der Nahrungs- und Arzneimittelaufsicht.
Einige Experten meldeten indes Zweifel an, ob das Programm die richtigen Leute anspricht. "Eine Anti-Korruptionserziehung sollten Regierungsbeamte erhalten, nicht junge Leute aus der Provinz", sagte der Pekinger Universitätsprofessor Wang Xiongjun der "China Daily".
(AFP)
