BBC auf Google-Abwegen
Der Ausschuss zur Untersuchung des Todes des britischen Waffenexperten David Kelly hat den BBC-Rundfunk schwer belastet:
Der BBC-Bericht über angeblich von der Regierung aufgebauschte Dossiers zum irakischen Waffenarsenal sei "nicht fundiert" gewesen, erklärte Untersuchungsrichter Brian Hutton am Mittwoch bei der Vorstellung des Untersuchungsberichts.
Premierminister Tony Blair war dem Bericht zufolge "direkt" an den Gesprächen beteiligt, die zur Veröffentlichung von Kellys Namen als Quelle der BBC-Berichterstattung führten.
BBC-Chef tritt zurückBBC wollte Aufmerksamkeit kaufen
Laut einem Bericht des "Guardian" wollte die BBC allerdings in der Sache seine Meinungshoheit nicht kampflos aufgeben und war dafür auch bereit, zu fragwürdigen Maßnahmen zu greifen:
Die BBC hatte bei Google Schlüsselworte wie "Hutton report" erworben, woraufhin bei entsprechenden Suchanfragen die BBC-Berichterstattung in eigener Sache ganz oben in der Google-Ergebnisliste auftauchte - mit dem Hinweis, dass es sich um einen bezahlten Link handelt. Das Geld für die PR-Aktion via Google soll aus dem Marketing-Budget des Senders gekommen sein.
Offensichtlich ob der Berichterstattung des "Guardian" hat der BBC die Aktion aber schon heute Nachmittag abgebrochen.
Kurz danach trat dann der Chef der britischen Rundfunkgesellschaft zurück.
