Online-Angriffe durch Mutation vorhersehen
Neuartige Viren und Würmer können sich oft in wenigen Stunden ungehindert rund um den Globus ausbreiten, da Firewalls und Anti-Virus-Software Schädlinge nur anhand bereits bekannter Merkmale identifzieren können.
Gegen komplett neue Angriffsstrategien und Schadensroutinen ist die Software machtlos.
Das US-Unternehmen Icosystem will nun mittels eines neu entwickelten Programms, das künftige Hacker- und Virenattacken basierend auf bekannten Infos simulieren soll, vorhersagen können, welche Gefahren in Zukunft auf die Internet-Nutzer zukommen.
Durch diesen Informationsvorsprung sollen Security-Software-Hersteller schon vor dem erstmaligen Auftreten gerüstet sein.
Die Technik wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem US-"Army Criminal Investigation Command" getestet.
US-Army Criminal Investigation CommandSystematische Veränderung
In einer ersten Version sollen Hack-Attacken durch Mutation bestehender bösartiger Scripts simuliert werden.
Icosystem verwendet dazu bekannten bösartigen Code und verändert diesen systematisch, um die gefährlichste Abwandlung zu finden. Die Mutationen werden dabei äußerst einfach gehalten, damit die Scripts weiter funktionstüchtig bleiben.
Eine solche Veränderung könnte etwa die Umbenennung einer von dem Code erzeugten Datei oder eines Folders sein. Auch können verschiedene Codes kombiniert werden, um zu sehen, ob komplexere Attacken daraus entstehen könnten.
Code bleibt funktionstüchtig
"Es versucht eine ganze Reihe von Abwandlungen und Kombinationen,
die aber syntaktisch korrekt bleiben", so Eric Bonabeau, Leiter der
Technologieabteilung bei Icosystem.
IcosystemPerformance-Probleme
Sicherheitsprogramme könnten diese künstlich geschaffenen Routinen so schon erkennen, bevor potenzielle Angreifer diese überhaupt entwickelt haben.
Dieser Ansatz könnte in weiterer Folge zu einer neuen, schlaueren Generation von Intrusion-Detection-Systemen führen, so Chris Wysopal der Sicherheitsfirma @Stake.
Gleichzeitig prophezeit er aber signifikante Performance-Einbußen, falls die Netzwerke ständig routinemäßig nach Tausenden modifizierten Scripts suchen müssten.
