Siemens investiert in Medizintechnik
Der Elektrokonzern Siemens verkauft VDO an Continental und möchte die US-Medizintechnikfirma Dade Behring für sieben Milliarden US-Dollar erwerben. Insgesamt legt der Konzern sehr gute Quartalszahlen vor.
Im Milliardenpoker um den Autozulieferer Siemens VDO hat sich Continental durchgesetzt. Continental zahle 11,4 Milliarden Euro für das Unternehmen mit seinen rund 50.000 Mitarbeitern, teilte die Siemens AG am Mittwoch mit. Damit setzte sich der Hannoveraner Konzern im Milliardenpoker gegen den US-Finanzinvestor Blackstone durch. Auch der geplante Börsengang von Siemens VDO ist damit vom Tisch.
Automobiltechnik an Continental
Ursprünglich hatte Siemens einen Börsengang für VDO geplant. Allerdings hatte Conti von Anfang an großes Interesse an einem Komplettkauf gezeigt. Durch die Übernahme steigt Conti in die Topliga der weltweiten Autozulieferer auf.
Zusammen kommen Continental und Siemens VDO auf einen Jahresumsatz von rund 25 Milliarden Euro und knapp 140.000 Beschäftigte. Conti erhofft sich von der Übernahme Synergien in Höhe von mindestens 170 Mio. Euro ab dem Jahr 2010.
Sieben Milliarden für Medizintechnik
Zugleich gab Siemens den geplanten Kauf der US-Medizintechnikfirma Dade Behring bekannt. Der Kaufpreis betrage sieben Milliarden US-Dollar [ca. fünf Milliarden Euro], hieß es. Die Kartellbehörden müssten auch dieser Transaktion noch zustimmen.
Siemens legt kräftig zu
Der Siemens-Konzern geht mit deutlich steigenden Umsätzen und Gewinnen in den weiteren Umbau. Im dritten Quartal 2006/07 [30. September] seien die Erlöse um acht Prozent auf 20,2 Milliarden Euro gestiegen, teilte Deutschlands größter Elektrokonzern am Mittwoch in München mit.
Das operative Ergebnis der Bereiche - für Siemens wichtigste Ertragskennziffer - legte um 22 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis der fortgeführten Bereiche sank unter dem Strich allerdings wegen einer Reihe von Sondereffekten deutlich auf 716 Millionen Euro.
(dpa | APA)
