BenQ droht Handytochter mit Klage

nachspiel
25.07.2007

Schadenersatz wegen Rufschädigung

Der taiwanesische Elektrokonzern BenQ droht dem Insolvenzverwalter seiner in die Pleite gestürzten deutschen Handytochter BenQ Mobile mit Schadenersatzforderungen wegen Rufschädigung.

Insolvenzverwalter Martin Prager fordere im Auftrag der Gläubiger gerichtlich insgesamt gut 80 Millionen Euro, teilte BenQ am Mittwoch mit.

Stichhaltige Beweise gefordert

Die Beweise, die er seiner Forderung zu Grunde lege, seien aber dürftig. "Das Unternehmen behält sich vor den Insolvenzverwalter zur Verantwortung zu ziehen, sollten Taten oder Erklärungen das Ansehen oder die Interessen des Konzerns schädigen."

Der Konzern habe das von Prager eingeforderte Geld 2006 an die Tochter gezahlt, betonte BenQ. Daher sei zumindest zweifelhaft, ob die Ansprüche eine rechtliche Grundlage hätten.

BenQ hatte die ehemalige Siemens-Handysparte im vergangenen Herbst nach hohen Verlusten abrupt in die Pleite geschickt. Rund 3.000 Mitarbeiter und zahlreiche Zulieferer wie Infineon und Balda waren davon betroffen. Das Betriebsvermögen von BenQ Mobile wurde weitgehend versteigert.

(Reuters)