Roboter-Wissenschaftler forscht autonom
Britische Wissenschaftler haben ein Robotersystem entwickelt, das eigenständig wissenschaftlich arbeiten kann.
Es stellt selbst Hypothesen auf, führt Experimente durch, analysiert die Daten und vergleicht sie mit den Erwartungen. So verbessert es Schritt für Schritt seine Annahmen.
Das berichtet das Team um Ross King von der Universität von Wales in Aberystwyth im britischen Fachjournal "Nature".
Erfolgreich Gene von Hefepilzen erforscht
Die Forscher haben den "Roboter-Wissenschaftler" erfolgreich an
der Aufgabe getestet, das Erbgut des Hefepilzes [Saccharomyces
cerevisiae] zu untersuchen.
Der detaillierte Bericht bei "Nature"Lernfähige Software steuert Prozesse
Der Roboter erkundete, wie die Gene des Pilzes die Synthese von Aminosäuren steuern. Gezielt schaltete er einzelne Gene aus und beobachtete dann das Wachstum auf verschiedenen, definierten Nährlösungen.
Die einzelnen Arbeitsschritte sind in der Genetik schon lange automatisiert. Nun entwickelte die Arbeitsgruppe um King eine neue, lernfähige Software, die alle Prozesse steuert.
Kernstücke sind Algorithmen, die aktiv aus Daten lernen. Sie können Hypothesen erarbeiten, logische Verknüpfungen herstellen und entscheiden, mit welchen Experimenten diese am effektivsten zu prüfen sind.
Tests zeigten, dass die Ergebnisse des Roboter-Wissenschaftlers mit denen seiner menschlichen Kollegen vergleichbar sind.
Preiswertes Experimentieren
Künftig soll der Roboterforscher auch komplexere Aufgaben lösen -
zum Beispiel für die Herstellung neuer Arzneiwirkstoffe. Dadurch
soll in Zukunft billiger als bisher getestet werden können.
Projekt "Robot Scientist"
