Pinnacles Streaming-Box im fuzo-Test
Auf der letzte Woche stattfindenden Consumer Electronics Show [CES] in Las Vegas war die Vernetzung von Fernseher, Computer und Stereoanlage eines der zentralen Themen.
Neben speziell für den Einsatz im Wohnzimmer konzipierten Multimedia-PCs sind bereits Stand-alone-Player auf dem Markt, welche die Video- oder Audiodaten über das Heimnetzwerk vom Rechner im Nebenzimmer beziehen und auf den Fernseher bringen.
Die futurezone hat einen dieser Streaming-Clients für Musik, Filme und Fotos, das "Pinnacle ShowCenter", genauer unter die Lupe genommen.
Es kommt im flachen Hi-Fi-Komponenten-Design mit übersichtlicher Fernbedienung und zeichnet sich vor allem durch die Lautlosigkeit [kein Lüfter nötig] und das einfache Plug&Play-Prinzip aus.
Anschlüsse:
An Anschlüssen verfügt das ShowCenter über Scart, Komponenten, FBAS-Video, S-Video, Audio Out [optisch], Ethernet und einen PC-Card-Slot.
Ethernet oder WLAN
Mit der mitglieferten Software ließ sich das Gerät [manuell oder DHCP] im Test problemlos via Ethernet ins Heimnetz integrieren.
Auch der drahtlose Anschluss über WLAN-Karte ist über einen PC-Card-Einschub möglich. Da bei WLAN inzwischen erst der 11-MBit-Standard unterstützt wird, muss man für einen ruckelfreien DVD-Stream jedoch noch auf das Kabel zurückgreifen.
Auch das Importieren der Medieninhalte ist mit der Management-Software schnell erledigt.
Manche Files werden von der Software jedoch aus nicht nachvollziehbaren Gründen - weder der genaue Dateiname [nur Anzahl] noch der Ablehnungsgrund werden genannt - verweigert. Eine genauere Erklärung wäre wünschenswert.
Unterstützte Formate:
Dabei werden die Videocodecs MPEG-1, MPEG-2, DivX, XviD, DV AVI
und WMV unterstützt. An Audioformaten spielt das ShowCenter MP3 und
WMA, Fotos im PNG, JPG und GIF-Format können ebenfalls angezeigt
werden.
Pinnacle-Website zum ShowcenterMusik nach ID3-Tags sortiert
Über ein überschaubares Menü kann am Fernseher nun zwischen Film-, Foto- und Musikwiedergabe gewählt werden. Die Unmengen digitaler Schnappschüsse können so ohne vorheriges Brennen oder Gedränge vorm Notebook der ganzen Familie am Wohnzimmer-Fernseher als Slide-Show präsentiert werden.
Die Ordnerstruktur wird bei den Fotos praktischerweise einfach vom Rechner übernommen, bei der Listung der MP3s verlässt sich Pinnacle voll und ganz auf den Text der ID3-Tags, die eigene Ordnerstruktur wird nicht angezeigt.
Und während fleißige ID3-Tagger ihre Musik so übersichtlich nach Genre, Künstler oder Album geordnet vorfinden, verlieren Chaoten [= fuzo-Redakteure] nach diesem Prinzip leider schnell den Überblick über ihren nun wild gelisteten Musik-Dschungel.
Ohne am Rechner vorgefertigte Playlists verliert man zudem schnell den Musikspaß, denn das Durchscrollen der langen Titellisten oder Anwählen über die Suchfunktion gestaltet sich recht mühsam.
In diesem Zusammenhang sei auch die schwergängige Fernbedienung bemängelt, die Kommandos werden leider oft etwas zeitversetzt angenommen.
Bei der Wiedergabe hält sich das Gerät streng an das Urheberrecht. Kopiergeschützte DVDs oder Musik-CDs können nicht aus dem Laufwerk abgespielt, sondern müssten vorher [illegal] mit den entsprechenden Tools gerippt und umgewandelt werden.
Kopierschutz-Knacken verbotenAb 230 Euro erhältlich
Bei der Filmwiedergabe werden MPEG-1 und MPEG-2 unterstützt, von DivX werden neuere Codec-Varianten [ab 4.x] akzeptiert. Das 16:9-Format wurde im Test nicht immer erkannt, manchmal musste manuell nachgeholfen werden.
Leider arbeitet die Software des ShowCenters bisher ausschließlich mit Windows, obwohl gerade in Heimnetzwerken oft Linux-Server verwendet werden. Für die Zukunft wünschen wir uns hier noch einen Zugang über NFS und Samba.
Alles in allem nimmt Pinnacle mit dem ShowCenter trotz Verbesserungsmöglichkeiten eine Vorreiterrolle im Bereich der Hardware-Lösungen für das Wohnzimmer ein und zeigt das Potenzial derartiger Schaltzentralen für Fernseher, Computer und Stereoanlage.
Ohne WLAN-Karte ist das Gerät ab 230 Euro erhältlich.
