Melkroboter bald marktreif
Das schottische Unternehmen Icerobotics ist bei der Entwicklung einer neuen Generation von Melkrobotern der Marktreife einen Schritt näher gekommen.
Die Maschine ist mit einem flexiblen Melkarm - ähnlich einem Elefantenrüssel - ausgestattet, der mittels Sensoren das Kuheuter selbstständig findet und an die Zitzen andockt.
Die Sensoren des "TeatTrackers" wurden den menschlichen Augen nachempfunden und arbeiten mit Lasertechnologie.
Somit soll das Melken in Zukunft rund um die Uhr ohne menschliches Zutun erledigt werden können.
Die britische Organisation für Kreativität und Innovation [NESTA; National Endowment for Science, Technology & Arts] hat der schottischen Firma bereits vor zwei Jahren 142.000 Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt.
Nun folgte eine weitere Finanzspritze von insgesamt 620.000 Euro von der NESTA und anderen Investoren für die Vermarktung des Geräts.
NESTAOptimale Melkzeit
Die Entwicklung basiert auf Forschungsergebnissen, wonach sich der Milchertrag um bis zu 20 Prozent erhöht, wenn Kühe regelmäßig zu der von ihnen selbst gewählten Zeit gemolken werden.
Die beste Zeit soll zwischen 23.00 Uhr und 3.00 Uhr liegen, bevor die Kuh schlafen geht. Die meisten großen Milchfarmer und Bauern gehen aber in der Regel zwischen drei und sechs Uhr morgens zum Melken, in einer Zeit, in der Kühe gewöhnlich im Tiefschlaf sind.
"Mit dem Melkroboter wird diese Arbeit nicht mehr zum Wettlauf mit der Zeit", so NESTA-Direktor Mark White.
Bis 2005 sollen die High-Tech-Melkmaschinen die Marktreife erreicht haben.
Automatisierte Melksysteme sind immer noch relativ neu. Erst geschätzte rund 2.000 solcher Systeme sind weltweit im Einsatz.
IceRoboticsDen Kühen zuhören
Der deutsche Forscher Gerhard Jahns arbeitet unterdessen an einem Computerprogramm, das Kühe am Muhen identifizieren und am Tonfall deren Bedürfnisse erkennen soll.
Bei ersten Tests erkannte der Forscher mit einer Treffgenauigkeit von 90 Prozent am "Muh", ob das Tier hungrig oder durstig ist oder zum Beispiel gemolken werden muss.
Das Sprachrepartoire der Kühe ist dabei nicht allzu umfangreich. Der gesamte Wortschatz umfasst nur ungefähr ein dutzend Laute.
Den größten kommerziellen Anreiz hat dieses System in der schnellen Erkennung einer brünstigen Kuh.
Dieser Zustand dauert meist nur ein paar Stunden an und wenn die Kuh in dieser Zeit nicht mit Bullensamen besamt wird, geht dem Bauer viel Geld durch die Lappen.
Software übersetzt Kuh-Muhen
