Samsung holt Silber beim Handyabsatz

zweiter platz
14.07.2007

Die Südkoreaner verweisen US-Motorola auf den dritten Rang. Nokia bleibt an der Spitze.

Der Elektronikkonzern Samsung hat trotz eines Gewinneinbruchs im abgelaufenen Quartal den Rivalen Motorola beim Handyabsatz überholt.

Wie das Unternehmen am Freitag in Seoul mitteilte, erhöhte sich der Verkauf von Mobiltelefonen von 26,3 Millionen im Vorjahr auf 37,4 Millionen. Damit zogen die Südkoreaner an Motorola vorbei, das nach eigenen Angaben im zweiten Quartal 35 bis 36 Millionen Handys absetzte.

Billighandys: Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Möglich wurde die Aufholjagd durch den Einstieg in das Billigsegment. Zu Lasten der Rentabilität erhöhte Samsung den Verkauf seiner Geräte in Schwellenländern wie Indien und China.

Das Unternehmen folgte damit der Strategie von Branchenprimus Nokia, von dem jedes dritte weltweit verkaufte Handy stammt.

Schlechtestes Quartalsergebnis seit Jahren

Im abgelaufenen Quartal hinterließ die Strategie ihre Spuren in der Bilanz von Samsung. So fiel der Gewinn vor Steuern und Zinsen [EBIT] um 36 Prozent auf 910,7 Milliarden Won [721 Mio. Euro] und damit auf den niedrigste Stand seit Ende 2001. Der Umsatz kletterte um vier Prozent auf 14,63 Billionen Won.

Nach Gewinneinbruch optimistisch

Für den weitere Jahresverlauf demonstrierte Samsung Zuversicht: "Wir sind zuversichtlich, dass die zweite Jahreshälfte eine der stärksten in unserer Geschichte wird", sagte der Konzernsprecher.

Alle Geschäftsbereiche dürften bessere Zahlen ausweisen. Dies gelte vor allem für die Chip-Sparte, die im zweiten Quartal schwach abgeschlossen habe, sagte der Sprecher.

Übernahme-Spekulation

Gegen einen möglicherweise bevorstehenden feindlichen Übernahmeversuch sieht sich der Konzern gerüstet. "Wir sind vorbereitet, so etwas abzuwehren", sagte der Sprecher.

Die Zeitung "Chosun Ilbo" hatte berichtet, der US-Investor Carl Icahn und internationale Investmentfonds bereiteten ein feindliches Übernahmeangebot vor.

(dpa)