Kirch fordert mehr Schadenersatz
Nach seinem Etappensieg im Rechtsstreit mit der Deutschen Bank will der gescheiterte Medienunternehmer Leo Kirch mit einem Revisionsantrag jetzt auch Anspruch auf Schadenersatz vom früheren Bankchef Rolf Breuer einklagen.
Nach der geltenden Rechtslage müsse bei einem Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht nicht nur die Deutsche Bank als Organ haften, sondern auch Breuer persönlich, so Kreise um Kirch. Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab.
Aussagen in TV-Interview
Der Streit dreht sich um Aussagen Breuers über die
Kreditwürdigkeit der KirchGruppe, die nach Einschätzung der
Kirch-Seite den Zusammenbruch des Medienimperiums eingeleitet
hatten. Das Oberlandesgericht München sprach Kirch Mitte Dezember in
zweiter Instanz grundsätzlich Anspruch auf Schadenersatz von der
Deutschen Bank zu.
Leo Kirch will sechs Mrd. Euro SchadenersatzEin Anspruch gegen Breuer selbst wurde abgewiesen. Seine Verschwiegenheitspflicht habe sich nur aus seinem Dienstvertrag mit der Deutschen Bank ergeben, hieß es in dem Urteil.
Beide Seiten stellen sich in jedem Fall auf einen langen und komplizierten Rechtsstreit ein. Denn in weiteren Verfahren muss geklärt werden, ob Kirch durch die Äußerungen Breuers tatsächlich ein nachweisbarer Schaden entstanden ist und auf welche Höhe sich dieser dann beläuft. Leo Kirch will rund sechs Milliarden Euro einfordern.
Breuer hatte Anfang 2002 in einem Fernseh-Interview in den USA gesagt: "Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen."
