BSA-Studie mit Österreich im Mittelfeld
"Schutz geistigen Eigentums"
Der Industrieverband Business Software Alliance [BSA] hat am Mittwoch eine von ihm in Auftrag gegebene Studie der Economist Intelligence Group zur Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität der IT-Industrie in 64 verschiedenen Ländern veröffentlicht.
Österreich landet in dieser Studie auf Platz 19. Auf den ersten drei Plätzen liegen die USA, Japan und Südkorea. In Europa bekamen Schweden [7], Dänemark [8] und die Schweiz [10] gute Noten. Indien [46] und China [49] landen überraschenderweise im letzten Drittel des untersuchten Felds.
China und Indien abgeschlagen?
Obwohl in der Studie sowohl harte als auch weiche Wettbewerbsfaktoren wie Infrastruktur und intakte Umwelt berücksichtigt wurden, wird auf den zweiten Blick doch klar, warum die USA und Europa dort recht gut abschneiden, während die Boom-Staaten Indien und China abgestraft werden.
Studienauftraggeber BSA sorgt sich nämlich vor allem um die Verteidigung des geistigen Eigentums seiner Auftraggeber - und damit sieht es in Indien und China trotz aller politischen Bemühungen der USA zurzeit eher schlecht aus.
Geistiges Eigentum wichtiger als Datenschutz
Die Studienautoren loben demnach vor allem die "elektrisierenden Anstrengungen der Europäischen Union" zur Durchsetzung des Schutzes des geistigen Eigentums. Ein hartes Durchsetzen entsprechender Gesetze stehe, so die Analysten des "Economist", nicht im Widerspruch zu einer "offenen Herangehensweise" zu Innovationsprozessen im IT-Bereich.
Auch wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen nur mit zehn Prozent für die Gesamtstudie gewichtet werden, zählen innerhalb dieser Kategorie die traditionellen BSA-Themen wie "Transparenz der Gesetzgebung zum geistigen Eigentum und Erfüllung internationaler Verträge" sowie "Durchsetzung der Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums" mit insgesamt 70 Prozent Gewicht überdurchschnittlich stark. Im Gegensatz dazu gewichteten die "Economist"-Experten innerhalb dieser Kategorie einen funktionierenden Datenschutz und Anti-Spam-Gesetze zusammen nur mit zehn Prozent.
Österreich im oberen Mittelfeld
Von diesem Bias abgesehen bietet die Studie dennoch interessante Einblicke. Bei der Infrastruktur liegt Österreich im unteren Mittelfeld der Top 20 zwischen Deutschland und Finnland. Musterschüler sind hier die Eidgenossen, die sogar Kanada und die USA in Sachen Breitband und Investitionen ausstechen.
Nicht zu sehen ist Österreich bedauerlicherweise auf der Rangliste der 20 besten Ausbildner. Am besten bilden die USA ihr "Human Capital" aus, gefolgt von Singapur und Großbritannien.
In Sachen Innovationsförderung nimmt Österreich einen guten 16. Platz ein, knapp hinter der Schweiz und Frankreich. Sieger in dieser Disziplin sind Japan und Südkorea.
