Bildung für Hacker im Honecker-Center
"So wenig Party war noch nie, aber auch noch nie gab es so viel Bildungswillen" - so brachte ein altgedientes Mitglied den 20. Congress des Chaos Computer Clubs auf den Punkt.
Die drei Säle des neu eröffneten Congress-Zentrums direkt am Berliner Alexanderplatz waren am Samstag und Sonntag bei den meisten Vorträgen reichlich überfüllt, das Hackzentrum im Kellergeschoß war zwischen den Vorträgen bis auf den letzten Quadratmeter besetzt.
Nach Angaben der Veranstalter waren es am Sonntagabend bereits 2.000 Besucher, die sich durch die Gänge des Congress-Zentrums drängten, um Fachvorträge über eine Themenpalette anzuhören, die es in dieser Qualität, Breite und Buntheit einfach sonst nirgendwo in Europa gibt.
Der "Fahrplan" gilt noch bis Montag AbendsBerlin, Alexanderplatz
Als Reminiszenz an die frühere Widmung dieses Gebäudes als Teil des Ministeriums für Volksbildung - als eines der wenigen DDR-Staatsgebäude unter Denkmalschutz - nahm am Sonntag ein vollständiger Fanfarenzug Aufstellung. Unter heftigem Gebläse und Getrommel nahmen verdutzte Hacker eine unerwartete Parade ab.
Blinkenlights reloadet
Zuspruch fanden die schon vom Sommer-Camp bekannten Einführungen für Programmierer in Amateurfunktechnik ebenso wie Panels über die Ergebnisse des Weltgipfels der Informationsgesellschaft, Biometrie-Standards in Europas kommenden Pässen und fortgeschrittenes Packet-Sniffing.
Direkt daneben, im ehemaligen Amtssitz der Ministerin für Volksbildung, Margot Honecker, wurde die Installation "Blinkenlights" für den Jahreswechsel reloadet.
Mit der Kombination aus "Heart of Gold", dem CCC-Raumschiffchen, Blinkenlights und der ebenfalls stilvoll illuminierten Congress-Muschel dominierte der Congress optisch die Längsseite des Alexanderplatzes. Von den Wänden aber blickte von Plakaten der gleichnamigen Stiftung CCC-Gründervater Wau Holland milde auf den Congress hernieder, der noch bis Montagabend dauert.
Blinkenlights
