TA hebt Gewinnprognose an
Das Mobilfunkgeschäft der Telekom Austria läuft trotz der neuen Roaming-Verordnung der EU gut. Der Konzern hat seine Gewinnprognose am Montag angehoben.
Die mit Ende Juni in Kraft getretene EU-Roaming-Verordnung wird die börsennotierte Telekom Austria [TA] nach eigenen Angaben rund 20 Millionen Euro ihres operativen Gewinns kosten. Durch die Vorgaben aus Brüssel wird Handytelefonieren im EU-Ausland mit spätestens 30.9. um 60 Prozent billiger werden.
Ihren Gewinnausblick bis 2010 hat die TA in einer Mitteilung vom Montag dennoch angehoben. Durchschnittlich sollen die operativen Gewinne jetzt um 1,7 bis 2,2 Prozent pro Jahr steigen.
Mobilfunkgeschäft "besser als angenommen"
Die TA gehe davon aus, "die Auswirkungen teilweise durch eine Reihe von Marketing- und Kosteneinsparungsmaßnahmen ausgleichen zu können", erklärte sie Montagfrüh in einer Börsenmitteilung. Außerdem entwickle sich das internationale Mobilkommunikationsgeschäft der Gruppe "besser als angenommenen".
"Die Roaming-Regulierung stellt eine Belastung für die Telekom-Austria-Gruppe dar. Dennoch sind wir zuversichtlich, dass wir die Auswirkung durch Marketingaktivitäten, die das Verkehrsvolumen stimulieren, sowie durch Kosteneinsparungen und zusätzliche Ergebnisbeiträge unserer internationalen Aktivitäten, limitieren können", sagte TA-Chef Boris Nemsic laut Mitteilung.
20 Roaming-Millionen weniger
Unterm Strich werde heuer durch die Roaming-Regulierung eine Reduktion des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen [EBITDA] im Jahre 2007 von ungefähr 20 Mio. Euro erwartet.
Die TA hatte bisher für heuer - infolge des bereits vor der EU-Regulierung stattgefundenen Verfalls der Roaming-Großhandelspreise und auf Grund der Aufwendungen für die Aufnahme des Mobilfunkbetriebs in Serbien und Mazedonien - einen Rückgang der EBITDA-Marge um 1,5 Prozentpunkte oder umgerechnet um etwa 70 Mio. Euro vorausgesagt. Nach der revidierten Prognose geht das Unternehmen somit jetzt von einem Rückgang des EBITDA um etwa 90 Mio. Euro aus.
Entwicklung stabil
Bei den Umsätzen sagt die TA heuer trotz der neuen EU-Roaming-Bestimmungen weiterhin eine stabilen Entwicklung voraus. 2006 hat die TA-Gruppe 4,759 Mrd. Euro bei einer EBITDA-Marge von 40,1 Prozent umgesetzt.
Im Gesamtzeitraum 2007 bis 2010 rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem jährlichen Umsatzanstieg von durchschnittlich einem bis 1,5 Prozent. Das EBITDA soll sich nach der am Montag nach oben korrigierten Wachstumsprognose durchschnittlich um "ungefähr 1,7 bis 2,2 Prozent" verbessern.
Bisher war die TA von einer durchschnittlichen Jahreswachstumsrate von 1,5 bis 2,0 Prozent ausgegangen. Beim Nettogewinn erwartet die TA von 2007 bis 2010 unverändert einen durchschnittlichen Anstieg um mehr als zehn Prozent.
(APA)
