23.12.2003

VORSICHTIG

US-Musikindustrie wieder optimistisch

In der zweiten Jahreshälfte 2003 hat die US-Musikindustrie die Talsohle ihrer seit drei Jahren anhaltenden Umsatzkrise durchschritten.

Davon gehen der US-Verband RIAA und Analysten aus, berichtet die Financial Times Deutschland heute. Noch im ersten Halbjahr 2003 sei die Zahl ausgelieferter Tonträger um 15,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen.

Die zweite Jahreshälfte habe sich aber deutlich besser als erwartet entwickelt, so dass bis Mitte Dezember die Zahl der verkauften Alben im Jahresvergleich nur um 4,7 Prozent gesunken sei. Für 2004 erwarten Analysten in den USA eine weitere Verbesserung, in Europa sieht die Lage hingegen noch anders aus.

iTunes-Erfolg nur Tropfen auf heißen Stein

Die 25 Millionen Songs, die Apple via Internet verkauft hat, entsprechen nicht einmal einem Prozent des CD-Marktes. Mittelfristig räumen die Analysten dem Online-Vertrieb aber das Potenzial ein, die Umsätze wieder wachsen zu lassen. Dazu müsse zunächst aber das Angebot im Internet deutlich zahlreicher werden, um dem Online-Geschäft Masse zu geben. Dennoch konnte der Online-Verkauf den Umsatzverlust der Musikindustrie 2003 immerhin bremsen.

In Europa sieht die Geschäftsentwicklung laut FTD weniger gut aus. Am alten Kontinent werde das Umsatzminus im kommenden Jahr um die fünf Prozent betragen. Die Talsohle sei hier wohl erst 2006 erreicht, berichtet die FTD.

Zurzeit setzt die Musikindustrie eher auf den Boom der DVD. Musik-DVDs mit Live-Acts, Musikvideos und sonstigen Bonusmaterial sind derzeit der Renner. Bei EMI Austria etwa könnte der Absatz von DVDs bis Jahresende um 200 Prozent zulegen. In Stückzahlen könnten DVDs bereits Spitzenpositionen in den CD-Charts belegen.