Kündigung nach zu vielen Support-Anrufen
US-Netzbetreiber greift zu drastischen Mitteln
Der drittgrößte US-Mobilfunkanbieter Sprint hat 1.000 Kunden die Verträge gekündigt, weil sie zu oft beim Kundendienst angerufen hatten, berichtete das "Wall Street Journal".
"Die Anzahl der Anfragen, die Sie an uns gestellt haben, bestätigt uns in der Annahme, dass wir Ihre Mobilfunkbedürfnisse nicht erfüllen können", war laut Zeitung in einem mit 29. Juni datierten Schreiben des Mobilfunkanbieters an die Kunden, deren Verträge gekündigt wurden, zu lesen.
25 Anrufe pro Monat
Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin haben die Inhaber der nun gekündigten Verträge mehr als 25 Mal im Monat beim Kundendienst angerufen, 40 Mal öfter als durchschnittliche Kunden. Der Zeitaufwand, um die Kundenanfragen zu beantworten, habe die Service-Qualität für andere Kunden beeinträchtigt, sagte die Sprecherin der Zeitung.
Viele der Anrufe bezogen sich laut Unternehmensangaben auf Abrechnungsangelegenheiten.
Kampf um zahlungskräftige Kunden
Sprint, das in den USA mehr als 53 Millionen Kunden zählt, hatte zuletzt Marktanteile verloren.
Das Unternehmen startete ein Kostensenkungsprogramm und verstärkte seine Bemühungen, zahlungskräftige Kunden an Land zu ziehen.
Der drittgrößte österreichische Mobilfunkanbieter One drohte zuletzt einigen Hundert Kunden seines "4 zu 0"-Tarifs wegen Missbrauchs des "Fair-Use-Prinzips" mit Kündigung.
