Maut-Betreiber rechnen mit Kündigung
Das deutsche Lkw-Maut-Konsortium Toll Collect rechnet offenbar mit der Kündigung des Vertrags für die geplante Lastwagenmaut auf deutschen Autobahnen.
Das berichtete die "Welt am Sonntag" [WamS] unter Berufung auf Kreise des Betreiberkonsortiums, das von DaimlerChrysler und Telekom geführt wird. Der deutsche Verkehrsminister Manfred Stolpe habe sich in eine Position manövriert, in der er nicht mehr verhandeln könne, hieß es.
Stolpe selbst setzt trotz der Pannenserie und Terminverschiebungen auf eine gütliche Einigung. "Es gibt erste Signale, dass Toll Collect einen realistischen Blick für Technikfehler, Zeitdruck und Ansprüche des Bundes gewinnt", Stolpes Sprecher Felix Stenschke. Wenn das Unternehmen nicht bis Jahresende einen Zeitplan vorlege, solle "die Kündigung folgen".
Der deutsche Bundestags-Haushaltsausschuss hatte am Donnerstag einstimmig beschlossen, Toll Collect noch eine letzte Frist bis Jahresende zu setzen.
Maut-Ultimatum in DeutschlandZeit für Nachbesserungen
Für den Fall, dass bis 31. Dezember "ein belastbarer Zeitplan nicht mit einem finanziellen Interessenausgleich zu verbinden ist", soll Stolpe dem Betreiberkonsortium die "Vertragskündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt" erklären, hieß es in dem Beschluss. Danach hat Toll Collect zwei Monate Zeit zum Nachbessern, bevor die Kündigung wirksam wird.
