19.12.2003

KRANK & KASSA

"Kein Chaos" bei SV-Chipkarten

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger dementiert Unregelmäßigkeiten. Von "Chaos" könne trotz des gestrigen Rücktrittes des sechsköpfigen Aufsichtsrates der Chipkarten Betriebs- und Errichtungsgesellschaft [SV-Chip BE] keine Rede sein, sagte Josef Kandlhofer, Sprecher der Geschäftsführung des Hauptverbandes heute.

Das Projekt sei weiter "auf Schiene", einer von Sozialminister Herbert Haupt (F) eingeleiteten Sonderprüfung sehe man gelassen entgegen.

Der Plan, den elektronischen Krankenschein-Ersatz Chipkarte bis 2005 flächendeckend einzuführen, werde eingehalten, zeigte sich Kandlhofer überzeugt. Am Donnerstag sei die Zuschlagsentscheidung für das erste Teilprojekt, die zentrale Software, gefallen.

Zum Rücktritt des Aufsichtsrates betonte der für die Chipkarte zuständige Geschäftsführer Volker Schörghofer, dieser sei erfolgt, weil die Aufsichtsrats-Mitglieder erkannt hätten, dass sie bei einem derartigen Großprojekt "nicht steuernd" eingreifen könnten und daher "keine Hilfe" seien.

"Aufsichtsrat nicht zwingend"

Die zweite Geschäftsführerin der Chipkarten-Gesellschaft, Ursula Weismann, habe vollstes Vertrauen des Hauptverbandes, Herbert Haupt hatte zuletzt eine Sonderprüfung in die Wege geleitet, weil ihm Informationen über Millionenhonorare ohne Ausschreibung zugekommen seien. Weismann wurde dabei eine "hinterfragenswürdige" Rolle zugesprochen.

Zur weiteren Vorgangsweise meinte er, dass ein Aufsichtsrat laut Gesetz "nicht zwingend" vorgesehen sei. Allerdings sei im Gesellschaftsvertrag der SV-Chip BE ein sozialpartnerschaftlich zusammen gesetzter Aufsichtsrat vorgesehen. Daher gebe es nun die Möglichkeit, entweder den Gesellschaftsvertrag zu ändern oder einen neuen Aufsichtsrat zu bestellen.

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