Halbzeit am Wiener Games College
Nach zwei Semestern Ausbildung am Wiener Games College haben am Dienstag Studenten ihre ersten Entwicklungen präsentiert. Eine Kooperation mit der Donau-Uni Krems ermöglicht künftig auch den Abschluss mit einem Master of Art.
Im September 2006 war mit dem Wiener Games College erstmals eine Ausbildung für den Beruf des Spieleentwicklers gestartet. In vier Semestern sollen die Teilnehmer alle notwendigen Grundlagen für einen qualifizierten Job in der Spieleindustrie lernen.
Positive Bilanz
Nach zwei Semestern präsentierten am Dienstag die Studenten ihre ersten Projekte, Zeit auch für die Schulleitung, Bilanz zu ziehen. Die private Einrichtung zu besuchen ist nicht gerade billig: 13.800 Euro beträgt die Kursgebühr für alle vier Semester. "Das Feedback von den Schülern ist aber gut", sagte Direktor Richard Hallwirth am Mittwoch auf Anfrage von ORF.at.
Derzeit seien 22 Studenten am Games College eingeschrieben. Für den Herbst hätten sich bereits 20 Schüler eingeschrieben, Hallwirth zeigte sich zuversichtlich, dass in den nächsten Monaten noch eine zweite Klasse zusammenkomme.
Insgesamt vier Ausrichtungen bietet das College an, bereits im ersten Semester müssen sich die Teilnehmer, nach dem Kennenlernen der jeweiligen Grundlagen, für einen Schwerpunkt entscheiden: Games Designer, Game Artist/Animator, Game Producer/Game Tester [QA] oder Game Scripter.
"HexagonWars" und "Magic Strife"
"Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Wir haben unserer erstes größeres Projekt fertig gestellt. Das war eine wichtige Erfahrung", so ein Lehrgangsteilnehmer zu ORF.at.
Zwei Teams zu je sechs Personen präsentierten am Dienstag ihre eigenen Spielkreationen: "HexagonWars" ist etwa ein rundenbasiertes Strategiespiel für zwei bis vier Spieler, bei dem es darum geht, wer als Letzter überlebt. Die Arbeit an dem Projekt habe laut den Studenten etwa drei Monate gedauert.
Als zweites Spiel wurde "Magic Strife" vorgestellt: ein Fantasy-Action-Spiel für zwei bis vier Spieler. Aus der Vogelperspektive spielen die Teilnehmer um lebenswichtiges Mana. Jeder Spieler hat fünf Lebenspunkte und muss seine Widersacher mit gezielten magischen Schüssen treffen, um so Manapunkte zu erhalten.
Die Teams haben während der Projektentstehung ein "Entwickler-Tagebuch" geführt, das auf der Games-College-Website eingesehen werden kann. Zudem werden Screenshots und Downloads der Spiele angeboten.
Vom Games College an die Donau-Uni
Erfreut zeigte sich Direktor Hallwirth am Dienstag über die jüngst angekündigte Kooperation mit der Donau-Uni Krems, die es den Schülern ermöglicht, über einen zweisemestrigen Aufbaulehrgang den Master of Arts zu erlangen.
Ein großer Vorteil der Institution ist laut Hallwirth auch die enge Kooperation mit der Spielebranche. Diese bringe dem College nicht nur Unterstützung in Form von Soft- und Hardware. Die Schüler hätten teilweise bereits bei Studios gearbeitet und würden auch im Sommer freiwillige Ferialpraktika bei diversen Entwicklern absolvieren.
"Wir bekommen viel von der Praxis mit", heißt es auch von Studentenseite. "Und in der Branche zählt vor allem, was man schon alles gemacht hat."
