28.11.2003

CHINESISCH

Ein Chip-Konsulent namens Bush

Ein lukrativer Beratungsvertrag für ein chinesisches Elektronikunternehmen hat jetzt Neil Bush, einen jüngeren Bruder des US-Präsidenten George W. Bush, in die US-Medien gebracht.

Der Halbleiterproduzent Grace Semiconductor Manufacturing Corp. hat Neil Bush als Konsulenten engagiert, obwohl der nach eigenen Angaben keinerlei Erfahrung im Halbleitergeschäft hat.

Für seinen Einsatz erhält er in den nächsten fünf Jahren ein Aktienpaket im Wert von insgesamt zwei Millionen Dollar sowie "Aufwandsentschädigungen" pro besuchte Vorstandssitzung von 10.000 Dollar.

Der Beratungsvertrag von Bush mit dem chinesischen Unternehmen wurde im Zuge seines Scheidungsverfahrens vor Gericht erörtert und nun in US-Medien bekannt.

Es hat den Anschein ...

Die Gesellschaft begann mit einem Startkapital von 1,6 Mrd. Dollar und strebt an, führender chinesischer Halbleiterproduzent zu werden.

Eine Fabrik wurde in Schanghai bereits errichtet, eine zweite ist geplant. Wong und Bush sind bereits geschäftlich verbunden, da Wong als Investor in die Software-Firma "Ignite!" von Bush eingestiegen ist.

"Es hat sicherlich den Anschein, dass dadurch Einfluss gesucht wird", kommentierte Charles McMillion, Berater einer Kommission des US-Kongresses zur China-Politik, den Vertrag. "Auf jeden Fall ist die Optik nicht gut." Die USA haben mit China ein großes Handelsbilanzdefizit, das nach Ansicht von Kritikern auf unfaire Handelspraktiken seitens der Chinesen zurückzuführen ist.

Im Elektronikbereich besteht derzeit ein Handelsbilanz-Plus zu Gunsten der USA, die großen Konzerne wie Intel und IBM sind jedoch bereits über die chinesischen Pläne auf dem dem Sektor besorgt.