Weiter Wirbel um IT-Gastarbeiter in DE
Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber [CSU] kritisierte die Initiative von Bundeskanzler Gerhard Schröder [SPD], Computerexperten von außerhalb der Europäischen Union nach Deutschland zu holen. Die Bundesregierung habe kein schlüssiges Konzept für Zukunftsbranchen, sagte Stoiber dem Nachrichtenmagazin "Focus".
Schröder hatte erleichterte Visaverfahren für Computerspezialisten nach dem Vorbild der US-amerikanischen "Green Card" angekündigt. Stoiber räumte ein, man müsse dem eklatanten Fachkräftemangel auch mit der Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer begegnen. Das seien im Computer- und Internetbereich aber nur einige tausend Spitzenkräfte.
Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung [DIW], Klaus Zimmermann, sagte der "Berliner Zeitung", der Bedarf an IT-Fachkräften lasse sich nicht alleine mit der Weiterbildung von Arbeitslosen decken.
Das DIW in BerlinAusländerrecht liberalisieren
Weil der Arbeitsmarkt zu langsam auf den technologischen Fortschritt reagiere, könnten nur ausländische Experten die Lücke schließen. "Ich plädiere für eine Einwanderungspolitik anhand klarer Arbeitsmarktkriterien", sagte Zimmermann. Das Ausländerrecht müsse liberalisiert werden.
Gleichzeitig gebe der Fachkräftemangel in dieser Zukunftsbranche Anlass genug, über eine gezielte Einwanderungspolitik nachzudenken, sagte FDP-Vizeparteichef Rainer Brüderle
Die Zahl der IT-Ausbildungsplätze in Deutschland wird nach den Worten von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn [SPD] noch in diesem Jahr auf 40.000 steigen.
