28.11.2003

.NET CARS

Microsofts mühsamer Weg in die Autos

Auf dem Software-Markt für Autos kommt Microsoft zwar seit Jahren nicht richtig von der Stelle, der Optimismus des Konzerns scheint aber ungebrochen:

"In drei Jahren werden 30 Prozent aller Neuwagen ein Windows-CE-Display haben," verkündete MS-Gründer Bill Gates noch zu Jahresbeginn.

Analysten sehen in dieser Voraussage zwar eher einen Marketing-Gag - MS müsste dafür den Markt für In-Car-Software zu 100 Prozent dominieren -, allerdings bescheinigen sie dem Konzern, dass er aus seinen Fehlern im Umgang mit den Autoherstellern gelernt habe und sich jetzt durch kontinuierliche Bemühungen doch auf dem Markt etablieren könne.

Harte Konkurrenz

Auf dem Markt für Autosysteme, in den alle Anwendungen im Innenraum wie Navigations-, Informations- und Unterhaltungssysteme fallen, sieht sich MS einer harten Konkurrenz beispielsweise durch QNX Software Systems, Wind River und diversen Linux-basierte Systeme ausgesetzt.

Derzeit kann Microsoft vor allem BMW als Referenzkunden präsentieren, dazu wurden angeblich auch schon mit Volvo und Honda Vereinbarungen für den künftigen Einsatz von Windows CE abgeschlossen.

Vorstellungen angepasst

In der Vergangenheit soll sich Microsoft laut Industrie-Analysten im Umgang mit den Automobilherstellern aber auch oft selbst im Weg gestanden sein: Demnach hatte der Konzern zu festgelegte Vorstellungen von In-Car-Systemen und wollte außerdem seine eigene Marke aggressiv in den Vordergrund stellen.

Inzwischen scheint man aber dazugelernt zu haben und so legt sich die ".NET Connected Car Initiative" nicht mehr auf bestimmte Funktionen fest und MS scheint auch bereit zu sein, als "normaler" Zulieferer der Automobilindustrie zu agieren.

Damit ist der Konzern auf jeden Fall für den erwarteten Boom der In-Car-Systeme gerüstet: 2008 sollen 36 Prozent aller Neuwagen mit einer Wiresless-Verbindung ausgestattet sein und 2012 sollen dann alle Modelle mit In-Car-Kommunikationssystem ausgeliefert werden.