25.11.2003

IM VISIER

"Tatort" verrät "Polizeigeheimnisse"

Der jüngste "Tatort"-Krimi ["Im Visier"] ist wegen Darstellung "geheimer Einsatztechniken" der Polizei bei Geiselnahmen auf Kritik gestoßen.

"Das sind polizeitaktische Details, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürfen", sagte der Münchner Polizeisprecher Peter Reichl gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

In der am Sonntag auch im ORF ausgestrahlten "Tatort"-Serie waren die polizeitaktischen Maßnahmen des Sondereinsatzkommandos bei einer Geiselnahme laut den Kritikern zu detailliert zu sehen.

Unklar sei, wie die "Tatort"-Macher an derlei Interna kamen.

Die brisanten Details

So diente ein Lüftungsschacht als Kanal für eine Mini-Kamera, zudem kam ein Spezialgerät zum fast geräuschlosen Knacken von Schlössern zum Einsatz.

Ganz so geheim, wie die Polizei glauben mag, sind derlei Taktiken jedoch nicht.

Mini-Kameras, man kennt sie aus unzähligen US-Filmen und Serien, sind längst nicht mehr auf den polizeilichen Einsatz beschränkt.

Sogar in den Operationssaal hat diese geheime Einsatztechnik im Rahmen der so genannten minimal-invasiven Chirurgie schon lange Einzug gehalten.

Und "Lockpicking", wie das lautlose und zerstörungsfreie Öffnen von Schlössern genannt wird, hat sich auch in Deutschland mittlerweile als Sport etabliert.

Ein Mal jährlich, beim Weihnachtstreffen des Chaos Computer Clubs, findet die Meisterschaft in dieser Disziplin statt.