"Tatort" verrät "Polizeigeheimnisse"
Der jüngste "Tatort"-Krimi ["Im Visier"] ist wegen Darstellung "geheimer Einsatztechniken" der Polizei bei Geiselnahmen auf Kritik gestoßen.
"Das sind polizeitaktische Details, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürfen", sagte der Münchner Polizeisprecher Peter Reichl gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".
In der am Sonntag auch im ORF ausgestrahlten "Tatort"-Serie waren die polizeitaktischen Maßnahmen des Sondereinsatzkommandos bei einer Geiselnahme laut den Kritikern zu detailliert zu sehen.
Unklar sei, wie die "Tatort"-Macher an derlei Interna kamen.
Die brisanten Details
So diente ein Lüftungsschacht als Kanal für eine Mini-Kamera, zudem kam ein Spezialgerät zum fast geräuschlosen Knacken von Schlössern zum Einsatz.
"Fast vom Stuhl gefallen"
"Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich das gesehen habe",
sagte Reichl. "Wir schauen nun, was falsch gelaufen ist."
Tatort: Im VisierGanz so geheim, wie die Polizei glauben mag, sind derlei Taktiken jedoch nicht.
Mini-Kameras, man kennt sie aus unzähligen US-Filmen und Serien, sind längst nicht mehr auf den polizeilichen Einsatz beschränkt.
Sogar in den Operationssaal hat diese geheime Einsatztechnik im Rahmen der so genannten minimal-invasiven Chirurgie schon lange Einzug gehalten.
Und "Lockpicking", wie das lautlose und zerstörungsfreie Öffnen von Schlössern genannt wird, hat sich auch in Deutschland mittlerweile als Sport etabliert.
Ein Mal jährlich, beim Weihnachtstreffen des Chaos Computer Clubs, findet die Meisterschaft in dieser Disziplin statt.
Werkzeuge wie die im Film gezeigte elektrische Sperr-Pistole können gar über die Website des Vereins "Sportsfreunde der Sperrtechnik" bezogen werden.
Die Sportsfreunde der Sperrtechnik
