Brasiliens Spammer mit Selbstbeschränkung
In Brasilien hat sich ein Anti-Spam-Komitee gebildet, das den Junk-Mails den Kampf ansagt.
Die Gruppe, der verschiedene Online- und Direktwerbung-Gesellschaften angehören, hat einen nach eigenen Angaben "weltweit einzigartigen Anti-Spam-Kreuzzug" gestartet.
Das Komitee hat einen Ethik-Kodex für E-Mail-Marketer erlassen und setzt generell auf Selbstregulierungsmaßnahmen der Industrie. Die Aktion ist nicht von purer Selbstlosigkeit getragen - vielmehr sind die Firmen darüber besorgt, dass sich die brasilianische Regierung des Themas annimmt und entsprechende scharfe Gesetze verabschiedet.
Furcht vor Werbeverbot
"Die Werbetreibenden befürchten, dass es zu einem totalen Verbot
von jeglicher E-Mail-Werbung kommen könnte", sagte Henrique Souza,
ein Mitglied des Anti-Spam-Komitees. Der von dem Komitee
verabschiedete Kodex sieht unter anderem vor, dass sich Marketer
gegenüber den Konsumenten genau deklarieren müssen und den
Empfängern ihrer Mails eine Ausstiegsklausel einräumen.
Brasilianische ISP-VereinigungKonsumenten können sich über allzu lästige E-Mail-Versender beschweren, wobei die schlimmsten Spammer auf der Homepage des Komitees gelistet werden. Strafen drohen allerdings keine, berichtet AustralianIT.
Brasilien leidet wie die meisten Länder an der zunehmenden Verbreitung von Spam. Nach einer Erhebung der brasilianischen ISP-Vereinigung gehen 35 Prozent aller im Land zirkulierenden E-Mails auf Spam zurück. Weltweit ist bereits jede zweite elektronische Post eine Junk-Mail.
