Großrazzia an der Wall Street
FBI-Beamte haben in der Nacht zum Mittwoch mehrere Dutzend Wall-Street-Händler festgenommen, darunter einen Händler der Wertpapierbank UBS AG, die ihren Hauptsitz in Zürich hat.
Die Beschuldigten sollen in den weitgehend unregulierten Finanzmärkten krumme Geschäfte abgewickelt und Kleinanleger betrogen haben. Presseberichten zufolge wurden bis zu 47 Personen abgeführt.
Die meisten der Verdächtigen waren am späten Dienstagabend [Ortszeit] im Rahmen der "Operation wertlose Münze" festgenommen worden. Der Aktion gingen nach Angaben der Staatsanwaltschaft eineinhalbjährige Ermittlungen voraus.
Es wird mit weiteren Festnahmen auch in anderen Städten der Ostküste gerechnet. Auf einer angekündigten Pressekonferenz wollte der New Yorker Staatsanwalt am Mittwoch Namen und Einzelheiten bekannt geben.
Auch SEC ermittelt
Auch die US-Börsen-und-Wertpapierbehörde SEC [Securities &
Exchange Commission] und die für die Überwachung des
Warenterminhandels zuständige Commodity Futures Trading Commission
sind dem Vernehmen an der Aktion beteiligt. Laut Bloomberg sind mehr
als ein Dutzend Firmen in diese Affaire verwickelt, darunter J.P.
Morgan Chase Co.
SECIllegale Absprachen, Geldwäsche und Wertpapierbetrug
Die Vorwürfe lauten auf illegale Absprachen, Geldwäsche und Wertpapierbetrug. Die Mitarbeiter von UBS und J.P. Morgan hätten sogar ihre eigenen Firmen betrogen.
UBS hat seit 2001 ihren Anteil am globalen Devisenhandel auf 11,5 Prozent verdreifacht. J.P. Morgan ist mit 6,5 Prozent Anteil die zweitgrößte US-Bank. Bei den Transaktionen sollen Kleinanleger Millionensummen verloren haben.
Devisenmärkte haben keinen zentralen Handelsplatz. Sie bestehen aus einem globalen Händlernetz, das telefonisch und elektronisch verbunden ist und rund um die Uhr arbeitet. Die größten Devisenhandelszentren sind Großbritannien, USA und Japan. Dort wird nach Auskunft der US-Notenbank Federal Reserve etwa 60 Prozent des ganzen Handels abgewickelt.
In 2001 belief sich das tägliche Handelsvolumen auf schätzungsweise 1,2 Billionen USD. Der Großteil der Transaktionen läuft über Banken. Anders als an den Aktien- und Anleihemärkten wird der Devisenhandel von keiner Behörde überwacht.
